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Traditionelle Darstellung des Sündenfalls von Michelangelo. Links übergibt die Schlange, hier in humanoider Gestalt, den Menschen die Frucht, rechts werden die Menschen aus dem Paradies vertrieben. Der Baum der Erkenntnis mit der darum geschlungenen Schlange steht im Mittelpunkt

Die Schlange von Eden, die im Buch Genesis des alten Testamentes auftaucht, ist nach gängiger Interpretation eine Inkarnation des Satans. Sie war nach christlicher Vorstellung der Auslöser der Erbsünde.

GeschichteBearbeiten

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Darstellung des Sündenfalls von Lucas Cranach dem Älteren

Laut dem Buch Genesis erschuf JHWH (Gott) zuerst Adam und dann dessen Frau Eva, welche er im Garten Eden leben ließ, auf dem die christliche Vorstellung des Paradieses basiert. In diesem Garten sollen alle Tiere, und auch die beiden Menschen (die nach damaliger Auffassung nicht zu den Tieren zählen), in Frieden nebeneinander gelebt haben.

JHWH erlaubte den Menschen, von allen Früchten des Gartens zu Essen, mit Ausnahme der Früchte des Baumes der Erkenntnis (vermutlich ein Feigenbaum). Die Schlange jedoch verführte Eva, entgegen des Verbotes von der Frucht zu kosten, und auch Adam tat es ihr gleich. Dies hatte zur Folge, dass die beiden ihre eigenen Nacktheit erkannten und sich mit Feigenblättern bedeckten oder vor JHWH versteckten.

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Cover des Buches "Up from Dragons", welches die Entstehung der menschlichen Intelligenz behandelt. Die Interpretation der Schlange Edens als Symbol der Furcht vor Reptilien stammt ursprünglich aus dem Buch "The Dragons of Eden" von Carl Sagan

Daran erkannte jedoch JHWH, dass die beiden vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten. Adam schiebt zunächst die Schuld auf Eva und diese auf die Schlange, jedoch verbannte JHWH sie aus dem Garten Eden. Nach christlicher Vorstellung konnte erst Jesus mit seinem Selbstopfer die Menschen von der Last dieser Erbsünde befreien. Die Schlange jedoch soll nach manchen Interpretationen zur Strafe ihrer Beine beraubt worden sein.

Nach jüdischer Auffassung steht die Schlange für die Lust, und Eva für die Verführung, während Adam für die Vernunft steht, die versucht der Verführung zu wiederstehen, was ihr jedoch nicht gelingt.

DraconopidesBearbeiten

Als Draconopides oder Dracontopides werden Darstellungen der Schlange (oder von Schlangen im Allgemeinen) bezeichnet, die (meist menschliche) Gliedmaßen und menschliche Gesichter haben. Dabei ist die Darstellung als Frau wesentlich häufiger.

Diese Darstellungen basieren auf der biblischen Aussage, Gott hätte die Schlange für die Verführung der Menschen bestraft, indem er sie auf ihrem Bauch kriechen lässt. Dies wurde so interpretiert, dass die Schlange vorher Gliedmaßen hatte und laufen konnte.

Dies passt mit Sagen aus anderen Kulturkreisen zusammen, die beschreiben, wie die Schlange ihre Gliedmaßen verlor, und mit der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass Schlangen von Reptilien mit Beinen abstammen.

Ähnliche Gestalten sind die Echidna der griechischen Mythologie, die Naga der indischen Mythologie oder die Schlangenmenschen diverser Fantasy-Werke.

TriviaBearbeiten

  • Der Name der mesopotamischen Gottheit Ningišzida kann mit "Herr des guten Baumes" übersetzt werden. Er wird von zwei gehörnten Schlangen symbolisiert, welche einen Baum/Stab umwinden. Aus diesen beiden Gründen liegt die Vermutung nahe, dass seine Symbolik den Baum der Erkenntnis und die Schlange von Eden beeinflusst hat.
  • Manchen Legenden zufolge war der Baum der Erkenntnis ein Birnbaum, der aufgrund seiner Beziehung zur Schlange von Eden als "Drachenbaum" bezeichnet wurde.
  • Der Haselwurm soll mit der Schlange von Eden verwandt sein.

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