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Schätze

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Smaug drawing.jpg

Smaug, aus Tolkiens Epos "Der Hobbit", hütet seinen Schatz

In vielen Drachenlegenden wird berichtet, dass Drachen Schätze horten. So besitzt z.B. der Drache aus der Beowulf-Sage einen großen Berg an Schätzen und beginnt die Menschen zu terrorisieren, nachdem ihm ein goldener Becher geklaut wurde. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist Fafnir, der den Nibelungenschatz hortete.

VariantenBearbeiten

Auch der Drachenstein gehört manchmal zum Schatz eines Drachen, meist jedoch sitzt er direkt in oder auf dem Kopf des Tieres.

In vielen Sagen ist der Schatz des Drachen verflucht und bringt dem Drachentöter Unglück, manchmal jedoch ist er eine symbolische Belohnung für den Drachentöter.

Auch in der griechischen Mythologie bewachen Drachen oft Schätze, jedoch wird ihnen dies meist von Göttern aufgetragen. Philostratus der Ältere beschreibt jedoch die Liebe der Drachen zu Gold und vermutet, dass z.B. der Kolchische Drache das Goldene Vlies oder Ladon die goldenen Äpfel der Hesperiden als ihr Eigentum angesehen haben und die Schätze deshalb bewachten[1]. Grundsätzlich ist ein Monster, häufig ein Drache, das etwas Wertvolles bewacht, ein sehr altes, mythologisches Konzept und hat seinen Ursprung im Chaoskampf.

Antike Fabeln dekonstruieren dieses Thema in mehreren Fällen. In Phaedrus' Der Fuchs und der Drache hinterfragt ein Fuchs, warum der Drache Schätze hortet, worauf der Drache keine zufriedenstellende Antwort geben kann. In Aesops Der graue Fuchs und der Drache behauptet ein Fuchs, dass ein Drache, der keine Schätze liebt, kein richtiger Drache sei, während der Drache in dieser Geschichte dies verneint.

Im alten Rom herrschte der Volksglaube, dass Drachen instinktiv Schätze bewachen. Dies wurde von Cicero in seinen Philippischen Reden verwendet, als er einen von Mark Anton's Männern beschuldigt, das Vermögen der Stadt Pompeii an sich zu reissen wie ein Drache sein Gold.

Östliche Drachen hingegen werden oft mit Perlen gesehen, die auch teilweise für ihre Eier gehalten werden. Diesen Perlen werden magische Kräfte zugeschrieben. Jedoch gibt es mit den Fúcánglóng (伏藏龍) auch in der chinesischen Mythologie unterirdische Drachen, die Schätze bewachen. Laut dem Siao Shwoh sollen Drachen Juwelen und Jade lieben, während sie Metall hassen[2]

FantasyBearbeiten

Fantasy-Werke unterstreichen meist die außerordentliche Gier der Drachen. So färbt die so genannte "Drachenkrankheit" des Drachen Smaug aus Der Hobbit auch auf Menschen, Zwerge und Elben, nicht aber auf Hobbits ab, weshalb der Zwergenkönig Torin Eichenschild, nachdem er Smaugs Schatz erobert, selbst der Gier verfällt und alle seine Verbündeten für Verräter hält, die ihm den Schatz abnehmen wollen.

In My Little Pony wird erwähnt, dass Drachen mit ihrer eigenen Gier wachsen. So ist der Charakter Spike über den gesamten Verlauf der Serie ein Baby, wächst jedoch schnell heran, als er in einer Folge seine eigene Gier nach Geschenken entdeckt. Als er seinen Fehler erkennt, schrumpft er wieder auf seine ursprüngliche Größe zurück.

ErklärungenBearbeiten

Biologische ErklärungenBearbeiten

Möglicherweise werden Drachen, wie manche Vögel, von glitzernden Gegenständen angelockt und sammeln diese. Es gibt auch die Theorie, dass Drachen auf Edelsteinen schlafen, damit diese in der verwundbaren Stelle am Bauch stecken bleiben und eine Art Schutzpanzer bilden.

Vor allem Fantasy-Werke neigen dazu, Edelsteine, aber auch andere Mineralien oder Metalle, als Nahrung der Drachen darzustellen. In vielen Fällen hat dies mit ihrer Fähigkeit, Feuer zu speien, zu tun. Manchmal ernähren sie sich jedoch zusätzlich dazu auch organisch. In der Realität schlucken manche Tiere Steine, z.B. nutzen Sauropoden diese, um ihre Nahrung im Magen zu zerkleinern. Dazu sind natürlich keine besonders wertvollen Steine notwendig.

Eine interessante Theorie zu den Drachenschätzen stammt von Dragonslayer vom Drachenkompendium. Er vermutet, dass die Edelsteine mehr oder weniger ein "Nebenprodukt" der Ernährung des Drachen sind. Der Drache besitzt, um seine Flugfähigkeit zu gewährleisten, eine äußerst effektive Verdauung, welche die Nahrung nahezu vollständig verschwinden lässt. Übrig bleiben so meist nur sehr wiederstandsfähige Metalle und Edelsteine, die von seiner menschlichten Nahrung als Schmuck getragen wurden, und welche sich nach und nach im Hort des Drachen ansammeln[3].

Peter Dickinson vermutet in seinem Buch "Das große Buch der Drachen", dass Drachen Gold als Schlafplatz verwendeten, da es chemisch inaktiv ist und so der ätzenden Säure, welche der Drache abgibt, wiederstehen kann. Würde der Drache auf Steinboden schlafen, würde sich dieser zu Schlamm verwandeln und eine Kruste am Drachen bilden, die den Drachen flugunfähig machen würde. Außerdem ist Gold sehr weich und kann unter der Last des Drachen keine Kanten und Spitzen bilden, die scharf genug sind, den empfindlichen Leib des Tieres zu verletzen. Den Drachenstein erklärt der Autor damit, dass Drachen, um Feuer speien zu können, Kalkstein fressen müssen. Da Kalkstein hart ist und die Kiefer und Zähne der Drachen als Fleischfresser nicht dazu geeignet waren, zu kauen, musste das Tier Edelsteine schlucken, welche dann den Kalkstein in einer Art Kropf zermahlen[4]

Erklärungen zum Ursprung des MythosBearbeiten

Eine weitere Theorie besagt (davon ausgehend dass Drachen-Legenden auf Fossilfunden basieren, siehe Dinosaurier), dass fossile Knochen von Bergleuten gefunden wurden, die auf der Suche nach Gold oder Edelsteinen waren. Dadurch wurde möglicherweise ein Zusammenhang zwischen den Edelsteinen/-metallen und den Tieren, deren Knochen man fand, vermutet. Auf eine ähnliche Weise dürfte auch die Legende der Gold hortenden Greifen entstanden sein[5].

Eine andere Theorie leitet sich von der Namensherkunft des Drachen ab. Das Wort Drache stammt vom griechischen Wort Δράκων (Drakon), welches noch ohne Unterschied Drachen und Schlangen bezeichnete und so viel wie "starren" oder "sehen" bedeutet. Dies liegt daran, dass die Augenlider von Schlangen immer geschlossen, aber durchsichtig sind, wodurch es wirkt, als wären die Augen stets geöffnet und die Schlange würde nie schlafen. Ein Tier das nie schläft eigenete sich natürlich hervorragend als mythologischer Wächter von Schätzen[6]

QuellenBearbeiten

  1. Philostratus der Ältere, Imagines 2.17
  2. Charles Gould (1886), Mythical Monsters
  3. Drachenkompendium: Der Drachenhort
  4. Peter Dickinson (1981), Das große Buch der Drachen. Die fliegenden Ungeheuer, Stalling Verlag, ISBN 978-3797916976
  5. TV-Tropes: Dragon Hoard
  6. Friedrich Tiedemann (1811), Anatomie und Naturgeschichte des Drachen

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