Fandom

Drachen Wiki

Rheindrachen (Sagen)

1.122Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Kommentare0 Teilen

Es gibt viele Sagen und Legenden über Drachen, die in oder am Rhein lebten. Der Bekannteste ist vermutlich Fafnir aus der Nibelungensage. Weitere Legenden sind folgende:

Der fiese DracheBearbeiten

Eine alte Sage erzählt von einem Drachen, der vor seiner Höhle auf dem Drachenfels auf vorbeifahrende Schiffe lauerte. Sobald ein Schiff nahe genug war, spuckte er Feuer in seine Richtung und sah dann zu, wie das Schiff in Flammen aufging und die Mannschaft verbrannte oder im Rhein ertrank.

Eines Tages kam wieder ein Schiff vorbei. Es war randvoll mit Pulver beladen, doch das merkte der fiese Drache nicht. Wie sonst auch, näherte er sich, spuckte Feuer auf das Schiff und sah noch zufrieden zu, wie es Feuer fing .. doch dann .. bumm!!! Mit einem ohrenbetäubenden Knall brach das Schiff auseinander, Wrackteile und Feuer flogen umher und verdunkelten den Himmel. Der Wind formte daraus einen riesigen Glutball, der den Drachen für immer fortriss.

Die Drachendame vom DrachenfelsBearbeiten

Diese Sage spielt Anfang des 6. Jahrhunderts. Das römische Reich, schon lange unregierbar geworden, war unter dem Ansturm der Völkerwanderung zusammengebrochen. Es waren wirre Zeiten und die Menschen lebten in ständiger Angst vor Überfällen anderer Stämme. Am Drachenfels lebte damals ein germanischer, heidnischer Clan. Sein Anführer, Polterich, kümmerte sich wenig um die Geschicke seines Clans. Die meiste Zeit verbrachte er auf Raubzügen oder beim Gelage mit seinen Kumpanen.

Eines Tages entführte der Clan bei einem Raubzug eine christliche Jungfrau (dem Volksmund nach die spätere Heilige Margarethe). Polterich und Rauferich, sein jüngerer Bruder, stritten sich um sie und wollten sich ans Leben. Da fällte Stänkerich, der Clan-Älteste, ein grausiges Urteil: Oben auf dem Drachenfels lebte ein Drache, ihm sollte die Jungfrau geopfert werden.

In Wirklichkeit war der Drache gar kein Drache, sondern eine ältere Drachen-Dame, die sich von den Menschen fern hielt. Rauferich hatte sie bei einem Ritt durch die Berge zufällig getroffen und sich, nach anfänglichem Misstrauen auf beiden Seiten, mit ihr angefreundet. Nun suchte er ihren Rat. Heimlich schlich er zu ihr und fragte: "Was soll ich tun? Ich mag das Mädchen, und ich möchte nicht, dass Polterich sie unglücklich macht. Und ich mag auch Dich und finde es schlimm, dass die Menschen Dich für ein Monster halten. Wir sind alle verroht durch die langen Kriegsjahre, das muss endlich aufhören." "Ich bin froh, dass Du das einsiehst" , antwortete die ältere Drachen-Dame, "und nun musst Du Deinen Clan in eine bessere Zukunft führen. Ich mag das Mädchen auch, und diese Heirat ist wichtig, damit auf beiden Seiten des Rheins wieder Frieden herrscht."

Nach einer kleinen Weile fuhr sie fort: "Mach' dir keine Gedanken um mich. Ich bin die Gesellschaft der Menschen etwas müde geworden. Wir Drachen hüten den Anfang und das Ende der Zeit, für uns läuft die Zeit nicht so wie für Euch Menschen. Ein paar Jahrhunderte Winterschlaf in den warmen Höhlen unter der Erde werden mir gut tun. Sei beruhigt, wenn Eure Nachfahren mich brauchen, werden sie den Weg zu mir finden. Aber vorher bieten wir den Kerlen hier noch eine Show!" Gerührt umarmte Rauferich die alte Drachen-Dame. Dann schmiedeten die beiden einen Plan.

Über das weitere Geschehen heißt es in der Chronik vom Drachenfels: "Am nächstem Morgen wurde die Jungfrau auf den Gipfel des Drachenfels gebracht und vor der Höhle angebunden. Kurz darauf drangen gräßliche Geräusche aus dem Inneren der Höhle, die uns erzittern ließen .. der Drache kam. Mit grimmiger Miene, schnaubend und Feuer speiend kam er auf uns zu. Wir alle wichen zurück. Es schien, als ob einige von uns um Gnade für die Jungfrau bitten wollten, aber wir waren starr vor Angst. Der Drache sah die Jungfrau, brüllte laut und ging auf sie los. Sein feuriger Atem versengte schon ihr Kleid, da sah er das goldenes Kreuz um ihren Hals .. und wich zurück. In diesem Moment trat Rauferich hervor und stellte sich schützend vor die Jungfrau. "Nein", rief da Stänkerich aus dem Hintergrund, "die Jungfrau muss geopfert werden. Der Drache braucht ein Opfer!"

Da brüllte der Drache so laut, dass der Berg erzitterte. Er ging hin und her, als ob er nun ein anderes Opfer suchen würde. Alle flohen, so schnell und so weit sie konnten. Nur Rauferich und die Jungfrau blieben bei einander stehen. Auf einmal spie der Drache Feuer, riss mit seinem Feuerstrahl eine Spalte in den Felsen und ging hindurch. Hinter ihm schloss sich der Felsen wieder."

Nach diesem Ereignis wurde Rauferich zum neuen Clanchef gewählt. Er und die Jungfrau heirateten, und sie wurden sehr glücklich miteinander. Mit ihnen an der Spitze des Clans änderte sich vieles zum Guten. Wenn Rauferich durch die aufblühende Gegend ritt, dachte er oft an seine Freundin, die alte Drachen-Dame. Was für einen Auftritt hatte sie da gezeigt! Er vermisste sie und wünschte, sie könnte sehen, wie schön das Leben am Drachenfels nun war. Doch in seinem Herzen wusste er, dass sie alles mitbekam, wo auch immer sie war, und dass sie eines Tages wiederkommen würde.

Der Schatz von der RosenauBearbeiten

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es ein Hotel in der Nähe der Rosenau. Es war ein schönes Haus, geführt von einem netten Wirt, in dem die Gäste sich wohl fühlten. Doch dann wurde der Wirt sehr krank, und da er keine eigenen Kinder hatte, war er froh, als er einen Pächter für das Hotel fand.

Doch bald zeigte sich, dass der Pächter ein miserabler Gastwirt war. In Wahrheit war er überhaupt kein Gastwirt, sondern ein Herumtreiber, der von der legendäre Jungfrau von der Rosenau gehört hatte, die einst mitsamt ihrem Schatz in die Tiefe gesunken war. Dieser Schatz wäre nie gefunden worden, so erzählte man sich nachts in düsteren Schenken. Zwei Burschen aus Honnef hätten es versucht, wären aber schreiend zurückgekommen - angeblich, weil ein Drache mit feurigem Maul dazwischengefahren war.Ihm konnte das nicht passieren, dachte sich der vermeintliche Pächter, er war aus einem anderen Holz geschnitzt. Jede Nacht schlich er sich hinaus, grub Stollen unter die Erde und zündete Sprengstoff. Damit erschreckte er Mensch und Tier und zerstörte die Gegend.

Eines Nachts, als er sich wieder ans Werk machte, erschien ihm eine Jungfrau in mittelalterlicher Tracht. Es war Roshain, die Jungfrau von der Rosenau. "Sag, merkst Du nicht, dass Du nicht weiterkommst?" fragte sie, "Du machst alles kaputt, wegen gar nichts. Merkst Du nicht, dass es den Schatz gar nicht gibt?" Der vermeintliche Pächter warf einen Klumpen Erde nach ihr. "Du Hexe, mich machst du nicht verrückt! Von mir aus kannst Du mit Deinem Drachen mit dem feurigen Maul kommen, ich gehe nicht ohne den Schatz hier weg". Roshain zuckte nicht einen Millimeter und sagte nur ruhig: "Mir wäre es lieber, Du würdest zur Vernunft kommen und von selbst gehen. Wenn nicht - auch gut."

Nach dieser Begegnung ging der vermeintliche Pächter noch rücksichtsloser vor. Da erschien Roshain wieder, diesmal begleitet von einem Drachen. "Was willst Du denn nun schon wieder", schnauzte der vermeintliche Pächter sie an, "Du nervst!" "Dir ein wenig helfen", sagte Roshain ruhig, "schau, die Lunte ist falsch angebracht." Sie nahm die Lunte und hielt sie an sein Hinterteil. Der Drache räusperte sich, spuckte ein wenig Feuer, und bumm .. der vermeintliche Pächter verschwand auf Nimmerwiedersehen.

Die Klausnerinnen vom NonnenstrombergBearbeiten

iese Sage spielt um 1195, zur Kreuzzüge. Wie viele andere rheinische Ritter hatte auch Buchenhard, der Herr vom Ölberg das Kreuz genommen, und war mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa nach Palästina gezogen. Er galt seither als vermisst. Seine Frau Eichenhild und ihr kleiner Sohn vermissten ihn sehr.

Eines Tages kam ein Ritter auf dem Ölberg an. Er trug Buchenhards Rüstung und sah ihm sehr ähnlich, und so verbreitete sich rasch die Kunde, der Herr vom Ölberg wäre zurück. Er schien etwas fremd, aber man schob es auf die schlimmen Erfahrungen im Krieg. Eichenhild jedoch spürte, dass der Mann bei ihr ein Fremder war. Klug wie sie war ließ sich nichts anmerken, denn sie fürchtete um die Sicherheit ihres Kindes und ihrer Getreuen. Bald fand sie heraus, dass ein Komplott geschmiedet wurde: der Fremde wollte die Burg so schnell es ging verkaufen und sich dann mit dem Geld davon machen. Interessenten gab es genug. Doch dabei waren ihm Eichenhild und ihr kleiner Sohn im Weg.

Als Eichenhild ihre Ablehnung einmal nicht verbergen konnte, sah er seine Chance: er beschuldigte sie offen des Ehebruchs und bestach einige Bedienstete, damit sie bezeugten, sie hätten Eichenhild mit einem anderen Ritter gesehen. Noch in derselben Abend floh Eichenhild mit ihrem Sohn und seinem Kindermädchen auf den Nonnenstromberg, zum Drachen Jupp. Der sonst so gemütliche alte Drache war außer sich über so viel Gemeinheit und bot ihnen gleich seine Hilfe an.

Am nächsten Morgen machten sie einen Plan. Der Bub und sein Kindermädchen würden bei Jupp auf dem Nonnenstromberg bleiben, dort waren sie in Sicherheit. Jupp selbst eilte so schnell er konnte und holte Eichenhilds Schwester Eibenhild herbei, die auf einer weiter entfernten Burg lebte. Danach machten Eichenhild und er sich uns an Werk. Sie verstand viel von Kräutern, und er einiges vom Brauen. Sie fanden Kräuter, die bei Menschen die Zunge lösten, und mahlten und mixten sie zu einem feinen Pulver, das man kaum schmeckte. In der nächsten nebligen Nacht verkleidete sich Eichenhild als eine alte Frau, Eibenhild trug ein elegantes Reisegewand, und beide zogen los.

So kam es, dass an jenem Abend zwei fremde Frauen an das Tor der Burg auf dem Ölberg klopften; ein Edelfräulein und seine alte Kinderfrau, die im Nebel vom Weg abgekommen waren. Man ließ sie ein und stellte sie dem falschen Grafen vor. Beeindruckt von der Schönheit der jungen Frau bot er ihnen gleich eine Unterkunft an und freute sich heimlich schon auf eine Nacht mit ihr. Doch zunächst ließ er ein gutes Abendessen servieren. Musiker spielten und der Wein floss in Strömen. Als der falsche Graf seine ganze Aufmerksamkeit Eibenhild widmete und niemand auf die vermeintliche alte Kinderfrau achtete, schüttete Eichenhild schnell das Pulver in seinen Wein. Er trank kräftig, erzählte und prahlte. Eibenhild unterhielt sich mit ihm, lachte über jeden seiner Witze und ermunterte ihn .. verzückt trank der falsche Graf immer mehr.

Als sie sicher war, dass das Pulver seine Wirkung getan hatte, ging Eibenhild aufs Ganze. "Ach Graf ", seufzte sie verträumt, "ich beneide Eure Dame. Sie hat Euch, Eure stattliche Burg und .." Da lachte der falsche Graf lauthals los. "Ha, die anmaßende Hexe schläft jetzt wohl auf dem Boden, wenn sie überhaupt noch lebt! Ihre eigenen Leute wollten lieber mein Geld als ihre Herrin!" Schlagartig wurde es still. Eichenhild legte ihre Verkleidung ab ging mit entschlossenem Gesicht auf ihn zu. Entsetzt wich der falsche Graf zurück und wollte fliehen, doch schnell war er von einigen Getreuen umstellt und wurde ins Verlies gebracht. Nach einer Weile gab er zu, was geschehen war: Er war mit dem Herrn vom Ölberg in Palästina gewesen und hatte gesehen, wie Buchenhard im Kampf verwundet und gefangen genommen wurde. Schnell hatte er seine Waffen genommen und war geflohen. "Mein Gemahl wird über Euch und Eure Spießgesellen richten", entschied Eichenhild, ganz Herrin der Burg.

Doch als sie am nächsten Tag zu Jupp auf den Nonnenstromberg kam, um ihren Buben und das Kindermädchen zu holen, war sie sehr bedrückt. "Ach Jupp", sagte sie, "wie soll es nun weitergehen? Natürlich werde ich die Burg führen und meinen Sohn großziehen, und Eibenhild bleibt erst einmal bei mir, aber wie soll ich ohne Buchenhard leben?" Der Drache fühlte mit ihr. "Hab' Vertrauen", sagte er, "ein Mann wie Buchenhard stirbt nicht so einfach, wenn er eine wundervolle Frau wie Dich und einen so lieben Buben hat. Es stimmt, die Sarazenen haben Jerusalem zurückerobert, aber Sultan Saladin ist ein Ehrenmann, man sagt, dass er sehr viele Gefangene freigelassen hat. Auch Dein Gatte wird zurückkommen, und bis dahin sind wir alle bei Dir."

Monate später kam wieder ein Ritter auf die Burg auf dem Ölberg. Er trug keine Rüstung mit einem Wappen darauf und er war sehr abgemagert, doch es gab keinen Zweifel - Buchenhard war zurück.

Der Feuermann vom LohrbergBearbeiten

"Am Lohrberg lebte einst ein böser Mann, der Verwalter auf einem großen Gut war. Die ihm unterstellten Leute ließ er hungern und betrog sie um ihren Lohn. Ein besonderes Vergnügen fand er daran, die Bauern und vor allem die Kinder zu quälen."

Als Bouffe-Bouffe, der Drache vom Lohrberg, davon hörte, war er sehr erbost und beschloss, gleich zu handeln. Er begab sich zu dem Hof und stellte den bösen Mann zur Rede. Doch der lachte nur. "Was willst Du? Schau Dich doch an, das gute Essen hat Dich träge gemacht, mir kannst Du mit Deinem Feuerspeien keine Angst mehr machen!" Das reichte Bouffe-Bouffe. Er sagte nur noch zu dem bösen Mann "das werden wir ja sehen" und zu den Kindern "geht mal auf Seite". Dann holte er tief Luft und spie einen riesigen Feuerstrahl aus. Der böse Mann wurde von Feuerstrahl erfasst, hoch in die Luft geschleudert und immer weiter fortgetragen, bis nichts mehr von ihm zu sehen war.

Er kam nie mehr zurück. Der Sage nach konnte er selbst im Grab keine Ruhe finden. Als irrender, feuriger Mann zeigt er sich nachts in den Bergen.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki