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Der gewaltige Schlangengott Quetzalcoatl (Maya: Kukulcán), der über und über mit smaragdgrünen Federn bedeckt war, stand an der Spitze vieler alter Kulturen wie z.B. denen der Azteken und der Mayas. Als Gott des Windes, der Weisheit und des Lebens selbst schützt der große Wohltäter die Völker, deren Verehrung er genoss. Der friedfertige Quetzalcoatl war der Gegenspieler des Tezcatlipoca seines streitsüchtigen und blutrünstigen Bruders und lehnte Menschenopfer ab (andere Opfergaben jedoch nicht).

GeschichteBearbeiten

Bereits fünfhundert Jahre vor unserer Zeitrechnung verehrten die Maya die gefiederte Schlange unter den Namen Kulcan und auch bei den Tolteken und den Olmeken stand der beschützende Gott im Mittelpunkt eines Kultes, bevor er in den aztekischen Pantheon aufgenommen wurde. So groß war das Ansehen des gefiederten Schlangengottes, dass mehrerer Herrscher dieser Völker der Überlieferung nach den Titel Quetzalcoatl in ihren Namen trugen.

LegendenBearbeiten

Zahllose mesoamerikanische Legenden erzählen die Abenteuer Quetzalcoatls. In der bekanntesten verjagt der grausame Gott Tezcatlipoca ihn aus Tula, der Hauptstadt des Toltekenreiches, in dem er herrschte.

Quetzalcoatl 1

Frühere Darstellung (Zeichnung)

Dem listigen Tezcatlipoca gelang es, viele Einwohner der Stadt ins Verderben und in den Tod zu treiben. Quetzalcoatl überkam tiefe Verzweiflung, weil er sein Volk nicht zu retten vermochte, und begab sich auf einem Floß aus miteinander verflochten Schlangen über das weite Meer in die Verbannung nach Tlallapan, das manchmal mit Atlantis gleichgesetzt wird.

In einer anderen Version dieser Legende verleitet Tezcatlipoca Quetzalcoatl dazu, sich den Freuden des Trinkens und des Fleisches hinzugeben - so ausgiebig und gründlich, dass der Schlangengott sich an seiner Schwester vergeht. Zutiefst beschämt bleibt ihm auch in dieser Variante der Legende keine andere Wahl, als die Heimat zu verlassen.

Rückkehr des QuetzalcoatlBearbeiten

Prophezeiungen zufolge soll Quetzalcoatl dereinst im Triumph zu seinem Volk zurückkehren und es zu ungeahnter Größe führen. Als der aztekische Herrscher Montezuma 1519 unbekannte Schiffe am Horizont auftauchen sah, glaubte er, der ersehnte Tag sei gekommen und befahl, den in glitzernden Rüstungen an Land gehenden Ankömmlingen einen fürstlichen Empfang zu bereiten.

Doch die Fremden jenseits des Meeres waren nicht die Gefährten des Schlangengottes, sondern die Truppen von Hernán Cortés - und der Konquistador war nicht gekommen, um die Azteken zu beschützen. Innerhalb von zwei Jahren legte er ihr Reich in Schutt und Asche.

TriviaBearbeiten

Pterosaur scale2

Der Pterosaurier Quetzalcoatlus (rechts)

  • Nach einer anderen Überlieferung war Quezalcoatl ein Priester, der nach seinem Tod in den Götterstand erhoben wurde.
  • Quetzalcoatlus, ein Pterosaurier der Kreidezeit, wurde nach Quezalcoatl benannt.

In der PopulärkulturBearbeiten

  • Das Monster Couatl aus Dungeons & Dragons basiert auf Quetzalcoatl, ist aber eine geflügelte Schlange.
    • Inspiriert davon sind heute Darstellungen geflügelter Schlangen häufig, wenn Quetzalcoatl oder ein davon inspirierter Drache in einem Werk vorkommt.
    • Beispiele dafür sind der Mexikanische Amphithere aus Dragonology und die Coatyl aus Dracopedia.
  • Im Manga "Beyblade" gibt es einen Kreisel namens Death Quezalcoatl, der den Gott darstellen soll.
  • Im Film The Flying Serpent von 1946 wird Quetzalcoatl als Westlicher Drache mit gefiederten Flügeln dargestellt.
  • In Dragons of the World wird Uxuldraco ostromi, eine domestizierte Drachenart aus Mittelamerika, als Vorbild für den Quetzalcoatl-Mythos angesehen.

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