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Pterosaurier

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Pteranodon

Pteranodon, einer der bekanntesten Flugsaurier

Die Pterosaurier (auch Flugsaurer oder wörtlich übersetzt Flug-Echsen genannt) sind eine Familie von Reptilien, die durch ihre großen tragflächenartigen Flughäute in der Lage waren zu fliegen. Obwohl sie des öfteren als Dinosaurier beschrieben werden, sind sie mit diesen nur insofern verwandt, dass beide Gruppen zu den Ornithodira gezählt werden.

AussehenBearbeiten

Alle Pterosaurier besitzen einen extrem verlängerten Finger an jeder Hand, über den sich eine Flughaut spannte. Es ist noch nicht eindeutig erforscht, ob sich diese, wie meist dargestellt, auch über die Hinterbeine erstreckt. Die Pterosaurier waren die ersten Wirbeltiere, die gelernt haben, aktiv zu fliegen.

Pterosaur scale2

Die Azhdarchiden Quetzalcoatlus und Hatzegopteryx sind die beiden größten Pterosaurier, die je gefunden wurden

Während primitivere Pterosaurier einen langen Schwanz besaßen, hatten die Pterodactyliden (Kurzschwanzflugsaurier) nur kurze Stummelschwänze, was ihnen, vermutlich in Kombination mit einer reduzierten Flughaut an den Beinen, mehr Beinfreiheit und damit die Fähigkeit, auf dem Boden problemlos zu laufen, gab.

Anders als Vögel bewegten sich Pterosaurier auf allen Vieren fort. Bei den primitiveren Arten schränkte dies die Fortbewegung auf dem Boden extrem ein, weshalb man vermutet, dass diese an Bäumen oder Klippen hängend ruhten. Pterodactyliden hingegen besitzen mehr Beinfreiheit und konnten sich auch auf dem Boden problemlos fortbewegen. Dies ist durch zahlreiche Fußspuren von Pterodactyliden belegt.

Die meisten Pterosaurier besitzen einen Schnabel, und mit Ausnahme weniger Arten auch Zähne. Größere Arten haben oft einen Knochenkamm auf dem Kopf, der wohl meist bei der Balz zum Einsatz kam. Ihre Knochen sind hohl wie bei den Vögeln.

Der Körper der Pterosaurier war mit haarähnlichen Strukturen bedeckt, weshalb es wahrscheinlich ist, dass die Tiere auch warmblütig waren.

ErnährungBearbeiten

Vermutlich jagten die meisten Flugsaurier Fische, indem sie knapp über der Wasseroberfläche fliegen und blitzschnell mit dem Schnabel zuschnappen. Viele kleine Arten jagten auch Insekten im Flug.

Große Azhdarchiden jagten vermutlich auch kleine Dinosaurier und Säugetiere oder ernährten sich von Aas.

Im Gegensatz zu Greifvögeln, die ihre Beute oft mit den Beinen greifen, sind die Hinterbeine der Pterosaurier hierfür zu schwach und sie verwenden bei der Nahrungssuche ausschließlich den Schnabel.

Bekannte ArtenBearbeiten

RhamphorhynchusBearbeiten

Rhamphorhynchus war die erste entdeckte langschwänzige Pterosaurier-Art. Bei ihrer Entdeckung wurde das Fossil der Gattung Pterodactylus zugeordnet, mit der Rhamphorhynchus jedoch nur sehr entfernt verwandt ist.

PterodactylusBearbeiten

Pterodactylus (Flugfinger) ist eine Gattug kleiner Pterosaurier, deren Name ist sehr bekannt ist. Er war auch der erste entdeckte Pterosaurier, und das seltsame Äußere des Tieres sorgte für viel Verwirrung. Er wurde unter anderem für ein fliegendes Säugetier oder ein aquatisches Reptil gehalten.

Die geschätzte Flügelspannweite betrüg 50 bis 70 Zentimeter. Von den vielen beschriebenden Arten sind heute gültig:

  • Pterodactylus antiquus
  • Pterodactylus kochi
  • Pterodactylus micronyx

QuetzalcoatlusBearbeiten

Quetzscale1

Größenvergleich verschiedener Quetzalcoatlus-Arten

Der Quetzalcoatlus (benannt nach dem aztekischen Gott Quetzalcoatl) ist sowohl der größte je gefundener Pterosaurier als auch das größte flugfähige Tier der Erdgeschichte. Seine geschätzte Flügelspannweite betrug 11 bis 13 Meter, aufrecht stehend erreichte er wohl eine Höhe von 5 Metern.

PteranodonBearbeiten

Pteranodon ist vor allem für einen spitzen Knochenkamm auf dem Kopf bekannt. Da männliche Tiere einen größeren Kamm besaßen als Weibchen und sehr viele Fossilien beider Geschlechter gefunden wurden, ist Pteranodon sehr bedeutend für die Erforschung von Geschlechtsdimorphismus bei Pterosauriern.

Er war vermutich ein Küstenbewohner, der ähnlich den heutigen Seevögeln auf dem Meer nach Beute jagte. Es handelt sich um einern der wenigen Nicht-Azhdarchiden, die einen komplett zahnlosen Schnabel besitzen.

Nahe verwandt ist der ebenfalls zahnlose Nyctosaurus, der keine Krallen an den Flügeln besitzt, weshalb vermutet wird, dass er fast sein ganzes Leben im Flug verbrachte. Er besitzt einen noch größeren Kamm als Pteranodon.

Verbindung zu den DrachenBearbeiten

Scaphognathus crassirostris

Der Rhamphorynchide Scaphognathus

Verwechslungen und Assoziationen von Flugsauriern und Drachen sind häufig, was vor allem daran liegt, dass es sich bei beiden Gruppen um flugfähige Reptilien handelt. Möglicherweise basieren einige Drachenfunde auf Fossilien von Pterosauriern.

Es gibt auch Theorien und Augenzeugenberichte, die nahelegen, dass es noch lebende Pterosaurier gibt. Ein Beispiel hierfür ist z.B. der Kongamato, ein Kryptid, der in Jiundu-Sümpfen in West-Zaire sein Unwesen treibt und von Eingeborenen in einer Art beschrieben wird, die stark an einen Pterosaurier erinnert. Die Eingeborenen beschreiben das Tier als sehr aggressiv, es soll durchaus auch Menschen töten.

Ein anderer bekannter Kryptid, der ein Pterosaurier sein könnte, ist der Ropen, der in Papua Neuguinea lebt. Er ist nachtaktiv und wird je nach Sichtung als Pterosaurier oder große Fledermaus beschrieben.

Auch in den USA gab es schon diverse Sichtungen fliegender Reptilien, die meist als Pterosaurier beschrieben werden. Natürlich könnten all diese Aussagen auch auf Sichtungen großer Vögel basieren, die möglicherweise auch einer unbekannten Art angehören.

Der Pterosaurier Scaphognathus wird häufig sowohl von Kryptozoologen als auch von Kreationisten mit Drachen- und Greifendarstellungen in Verbindung gebracht, so z.B. im Fall des Drachen von Rom. Hier wird meist Scaphognathus verwendet, da er angeblich der einzige bekannte langschwänzige Pterosaurier ist, der einen Kopfschmuck trägt. Tatsächlich gibt es Vermutungen, aber keine Belege dafür, dass Scaphognathus einen Kamm auf dem Kopf trägt.

Pterodactylus wurde 1830 von Johann Wagler zur Tiergruppe der Greifen (Gryphi) gestellt, der er auch Kloakentiere, Plesiosaurier und Ichthyosaurier zuordnete.

Des weiteren gibt es unter den Pterosauriern diverse nach Drachen bekannte Gattungen und Kladen, z.B. die Azhdarchiden, welche nach Azhi Dahaka bekannt sind oder diverse Gattungen mit der Endung draco (Latein für Drache), wie z.B. Phosphatodraco oder Dawndraco.

Weiterführende LiteraturBearbeiten

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