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Plon Sorbischer Drache
Der Plón (niedersorbisch für Drache, obersorbisch zmij[1]) ist ein Hausgeist der sorbischen Mythologie. Er zeigt sich nur selten, jedoch kann man ihn manchmal in den Abendstunden am Himmel oder auf dem Scheunendach sehen[2].

Ähnlich anderen Hausdrachen wie dem Gluhschwanz oder dem Korndrachen bringt der Plón unverhofft Reichtum ins Haus. Im Austausch verlangt er jedoch, dass man ihn mit Hirsebrei[2] und Keksen[3] füttert.

SagenBearbeiten

Der hungrige PlónBearbeiten

Laut einer Sage hatte einst ein Plón einem Bauern viel Geld herbeigeschafft, doch nun wollte er den Drachen loswerden. Zu diesem Zweck hängte er einen Strumpf auf, welchen er unten aufgeschnitten hatte, und sagte zum Plón: "Perej njekrynjoš nic jěsć, až budžoś tu strumpu pełnu penjez nanosić", was so viel bedeutet wie: "Eher kriegst nichts zu essen, als bis Du den Strumpf voll Geld wirst tragen."

Da es dem Plón nicht gelang, den Strumpf zu füllen, verschwand er vor Hunger vom Hof des Bauern. Das Geld des Bauern jedoch wurde zu Pferdemist, mit Ausnahme des Geldes, das er andere geliehen hatte[2].

Der Plón bei SchleifeBearbeiten

1817 wurde ein Plón gesehen, der über Schleife flog. Das Tier war nur so groß wie ein Huhn, erleuchtete aber das ganze Dorf. Als jedoch jemand rief "Plón! Plón!" wurde es immer kleiner, bis es verschwand[2].

Der Plón als BaumstammBearbeiten

Ein Mann namens Hanko ging um Mitternacht von Halbendorf nach Schleife. Kurz vor seinem Ziel hörte er hinter sich ein peitschendes Geräusch und sah ein helles Licht.

Er sprach: "Ty zaklety plon, co som ja tebi winowaty", was so viel bedeutet wie: "Du verfluchter Drache, was bin ich Dir schuldig?"

Daraufhin erschien vor ihm auf der Straße ein glühender Baumstamm und erschrak den Mann. Der Baumstamm stieg in den Himmel auf bis er nur noch ein Lichtpunkt war und verschwand[2].

Der Plón als HüterBearbeiten

"In Graustein (Syik) war ein reicher Wirth,144 der hatte den Plon. Und in des Wirthes Garten ging ein Kuhjunge und stieg auf einen Pflaumenbaum. Da sielte sich unten ein Plon wie ein grosser schwarzer Klumpen um den Baum. Pflaumen hatte der Junge schon im Magen, aber in der Tasche noch keine. Wie er so pflückte, kam der Wirth, denn der Plon hatte ihn schon geweckt, und nun musste der Junge »Reissaus« nehmen."
―Willibald von Schulenburg: Wendisches Volksthum in Sage und Sitte[4]

QuellenBearbeiten

  1. Wikipedia: Sorbische Folklore
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Willibald von Schulenburg (1847), Wendisches Volksthum in Sage und Sitte, CreateSpace (2013), ISBN 978-1492755074 über Spreewälder Sagengeister: Der Plon
  3. Spreewald: Der Glücksdrache (Plon) im Spreewald
  4. Willibald von Schulenburg (1847), Wendisches Volksthum in Sage und Sitte, CreateSpace (2013), ISBN 978-1492755074

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