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Ketos (griechisch Κητώ, auch Keto, lat. Cetus) ist der Name eines Seemonsters aus dem Mittelmeer, welches in Afrika (altgriechisch Aithiopia) vom Helden Perseus getötet wurde. Es soll sich um ein gigantisches, walähnliches Tier handeln, das oft mit reptilienartigen Merkmalen wie Schuppen dargestellt wird.

Laut der Legende wurde Ketos von Poseidon gesandt, um die Küstengebiete Äthiopiens zu terrorisieren, da die dortige Königin, Kassiopeia, damit geprahlt hatte, schöner zu sein als die Nereiden. Auf Anraten des Orakels Ammon (oft mit dem ägyptischen Gott Amun gleichgesetzt) wurde Kassiopeias Tochter Andromeda an einen Felsen gekettet, als Opfer für Ketos. Doch Perseus, der auf der Durchreise war, tötete Ketos. Dies fiel ihm leicht, da er durch den Helm des Pluto unsichtbar war. Perseus heiratete Andromeda, jedoch nicht, ohne zuvor mithilfe des Hauptes der Medusa einen anderen Freier Andromedas in Stein zu verwandeln. Nach einer Version der Geschichte tötete er auch Ketos mithilfe des Medusenhauptes.[1][2][3][4]

Cetus at Rome 2.jpg

Darstellung von Cetus in einem römischen Mosaik

Plinius der Ältere erwähnt, nachdem er von Andromeda berichtet hat, dass Ceto in Joppa (heute Jaffa) angebetet wurde. Während es sich dabei um einen Kult der unten genannten Meeresgöttin handelt, ist, aufgrund der Erwähnung Andromedas, ein Bezug zu Ketos nicht auszuschließen. Vermutlich aus diesem Grund wird Joppa u.a. auch von Joseph Nigg als Ort des Kampfes zwischen Perseus und Ketos genannt. Jedoch könnte Plinius sich auch auf die syrische Göttin Derceto bezogen haben.[5]

Ähnliche MonsterBearbeiten

Häufig wird Ketos mit der Meeresgöttin Ceto verwechselt. Sie war die Tochter von Pontos und Gaia, und, mit ihrem Bruder Phorkys, die Mutter von Echidna, Ladon, den Gorgonen und den Graiai.[5] Nach manchen Quellen ist Ceto die Mutter von Ketos.

Ketos Troja.jpg

Herakles und Hesione stehen dem Seemonster von Troja gegenüber.

Auch Troja wurde einst von einem manchmal als Ketos bezeichneten Monster heimgesucht, welcher von Poseidon geschickt wurde. Auch hier wurde ein Mädchen geopfert, und zwar Laomedons Tochter Hesione. Herakles tötete das Monster jedoch mit Pfeilen oder einem Angelhaken, bevor es dem Mädchen etwas antun konnte.[6]

Auch der biblische Riesenfisch, der Jona verschlungen haben soll, wurde als Cetus bezeichnet, was später als Wal übersetzt wurde. Jona betete im Bauch des Fisches drei Tage und drei Nächte, bevor er wieder ausgespuckt wurde. Dies wird als Symbol für Wiedergeburt gesehen und später von Jesus aufgegriffen, wenn er sich auf seine eigenen Auferstehung bezieht[7][8]. Dieser Wal wird oft auch mit dem Leviathan gleichgesetzt, im Midrash heißt es jedoch, dass er einer der Fische ist, die von Leviathan gefressen werden[9].

St.Georg.jpg

St. Georg tötet den Drachen, der hier als Wyvern dargestellt wird.

Ein weiterer Drache wurde von St. Georg, dem Schutzpatron Englands, getötet, da er die Bewohner von Joppa und vor allem deren Vieh angriff. Auch hier wurde eine Königstochter als Opfer dargebracht, die der Held rettete. Er erlegte das Tier in den Sümpfen bei Joppa. Dieser Drache wird meist als krokodilartig, aber geflügelt beschrieben, während die Darstellungen von zwei- oder vierbeinigen Echsen bis zu Westlichen Drachen und Wyvern reichen. In den meisten Darstellungen ist das Tier relativ klein und hat eine Flügelspanne von höchstens 3 Metern. Damit weicht der Drache stark von den Seemonstern ab, die als Ketos oder Cetus bezeichnet werden.[1]
Leviathan melvillei.jpg

Heute bezeichnet das Wort Cetacea die Familie der Wale

Da die Legende von St. Georg erst im 12. Jahrhundert, also über ein halbes Jahrtausend nach der Legende von St. Georg als Märtyrer, nachgewiesen werden kann, und da es starke Parallelen zu der Geschichte von Perseus und anderen Drachentötern gibt, ist zu vermuten, dass die Tötung des Drachens St. Georg erst später angedichtet wurde und auf der Legende von Perseus basiert. Aus dem Seemonster wurde ein Drache, da dieser als Symbol des Teufels von dem christlichen Heiligen überwunden werden muss, um das Böse zu besiegen.[10]

Das Wort Cetus wurde später auf Wale angewandt und ist noch heute deren wissenschaftliche Bezeichnung (Cetacea).[11]

In der PopulärkulturBearbeiten

  • Im Film Kampf der Titanen von 1981 kam Cetus als ein von Ray Harryhausen mit Stop Motion Technik animiertes Seemonster vor, jedoch wurde der Name in der finalen Version des Films in Kraken geändert, obwohl der Kraken aus der nordischen Mythologie stammt. In der deutschen Version heißt die Kreatur nur noch "Seeungeheuer"[12].
    • Die Kreatur im Film hat einen meerjungfrauenartigen Körperbau, jedoch mit schuppigem Gesicht und vier Armen.
  • In Joseph Niggs Büchern "Drachen & andere Sagengestalten" und "Drachen" wird die Spezies der Joppa-Drachen beschrieben, welche an Wale erinnern und sehr groß werden können. Zu dieser Spezies gehörten die Drachen, die von Perseus und St. Georg getötet wurden[1][13].

QuellenBearbeiten

  1. 1,0 1,1 1,2 Joseph Nigg (2007), Drachen & andere Sagengestalten, Bassermann, ISBN 978-3-8094-2079-8
  2. Wikipedia: Keto (Mythologie)
  3. Wikipedia: Cetus (mythology)
  4. Theoi.com: Ketos Aithiopios
  5. 5,0 5,1 Wikipedia: Ceto (englisch)
  6. Theoi.com: Ketos Troias
  7. Wikipedia: Buch Jona
  8. Wikipedia: Cetus (mythology)
  9. Beyond the Golem: The Big Bad Fish (englisch)
  10. Wikipedia: Saint George and the Dragon (englisch)
  11. Frontiers of Zoology: Roman and Byzantine-Age Sea Monsters
  12. Mr. P's Mythopedia: Cetus
  13. John Topsell (2008), Drachen, Bassermann, ISBN 978-3-8094-2261-7

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