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Flugfähigkeit

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Europäischer Drache.jpg

Typischer westlicher Drache, mit vier Beinen und zwei Flügeln

Ein Hauptmerkmal der Drachen ist meist ihre Flugfähigkeit. In vielen Fällen wird sie als Unterscheidungsmerkmal zu gewöhnlichen, flugunfähigen Schlangen verwendet.

Jedoch erscheint die Flugfähigkeit vor allem im Zusammenhang mit westlichen Drachen eher unrealistisch. Im Streit um die Flugfähigkeit fallen vor allem zwei Argumente, die gegen flugfähige Drachen sprechen:

  • Es ist nicht möglich, dass ein Wirbeltier zwei Flügel und vier Beine, also sechs Gliedmaßen, besitzt.
  • Es ist nicht möglich, dass ein so großes Tier fliegen kann.

Im Folgenden soll auf beide Probleme und die Flugfähigkeit der Drachen im Allgemeinen näher eingegangen werden.

Anzahl der GliedmaßenBearbeiten

Fishapod evolution.jpg

Evolution der Landwirbeltiere. Von unten nach oben: Eusthenopteron, Panderichthys, Tiktaalik, Acanthostega, Ichthyostega, Pederpes

Landwirbeltiere (Tetrapoda) haben grundsätzlich vier Gliedmaßen. Diese haben sich im Zuge des Landgangs der ersten Landwirbeltiere aus den Flossen der früheren Fleischflosser entwickelt (siehe Bild). Manche Wirbeltiere, z.B. Schlangen, haben diese Gliedmaßen nachträglich verloren, doch es ist keine Art der Landwirbeltiere bekannt, die mehr als vier Gliedmaßen besitzt.

PolymelieBearbeiten

Dennoch kann ein Landwirbeltier mehr als vier Gliedmaßen besitzen. Dies nennt man Polymelie, und es wird als Fehlbildung angesehen. So sind z.B. Hühnerküken bekannt, die mit zusätzlichen Beinen oder Flügeln geboren werden. Diese zusätzlichen Gliedmaßen sind meist nicht voll ausgebildet und somit nutzlos.[1]

Sollte nun aber ein von Polymelie betroffenes Tier zusätzliche Gliedmaßen erhalten, welche funktionsfähig sind, kann es daraus eventuell einen evolutionären Vorteil erhalten, der ihm hilft, sich zu vermehren und die Gene, die für die Polymelie verantwortlich sind, an seine Nachkommen weiterzugeben.

Ein solches Tier, das eventuell zwei zusätzliche Arme hat, könnte der Vorfahre der Drachen sein. Aus einem Paar Armen hätten sich dann die Flügel entwickelt.

Flügel aus KnochenstäbenBearbeiten

Coelurosauravus.jpg

Coelurosauravus besaß Knochenstäbe, die eine Haut zum Gleiten spannten

Kirchner-Drache.jpg

Die Flügel mancher mittelalterlicher Drachendarstellungen (hier der Drache von Rhodos) lassen die Vermutung aufkommen, dass die Flügel keine echten Gliedmaßen sind

Natürlich wäre es auch möglich, dass die Flügel der Drachen keine echten Gliedmaßen sind. So gab im Laufe der Erdgeschichte viele Reptilien, die Pseudoflügel aus verlängerten Rippen oder zusätzlichen Knochenstäben besaßen, mit denen sie zwar nicht fliegen, aber sehr gut gleiten konnten. Diese Tiere waren alle nicht näher miteinander verwandt, und mit dem Flugdrachen Draco gibt es noch heute eine Gattung, die auf diese Art und Weise gleitet.

Nun wäre es eventuell möglich, dass sich Muskeln entwickeln, die diese Knochenstäbe zusätzlich unterstützen und eine aktive Bewegung möglich machen. Wenn das Tier mit den Knochenstäben nun aktiv flattern kann, wäre eine echte Flugfähigkeit denkbar.

Interessanterweise passt dies mit der häufigen Vorstellung zusammen, dass der Bauch des Drachen dessen verwundbare Stelle darstellt. Wenn die Flügel der Drachen aus Rippen bestehen, besitzt der Drache natürlich keinen Brustkorb mehr, der den empfindlichen inneren Organen Schutz bieten könnte.[2]

WyvernBearbeiten

UrWyvern.jpg

Wyvern besitzen nur 4 Gliedmaßen, wie es für Wirbeltiere üblich ist

Hauptartikel: Wyvern

Wyvern sind Drachen, die nur zwei Beine und zwei Flügel besitzen. Die Evolution solcher Tiere ist ohne Weiteres denkbar, sämtliche fliegenden Wirbeltiere (Pterosaurier, Vögel, Fledermäuse) folgen diesem Bauplan, und ein gleitfähiger Dinosaurier, Yi qi, erinnert stark an einen Wyvern. Möglicherweise sind alle Drachen Wyvern, und es gibt keine Drachen mit sechs Gliedmaßen.

Yi qi by ewilloughby.jpg

Der Dinosaurier Yi qi

Dies ist auch die wahrscheinlichste Variante, da sich bei den anderen Möglichkeiten die Vorderbeine und die Flugmuskulatur platztechnisch in die Quere kämen, während bei einem Tier, dessen Vordergliedmaßen zu Flügeln umgewandelt sind, genug Platz für kräftige Flugmuskeln ist.

Echte HexapodenBearbeiten

Dragon Phylogeny.jpg

Dieser Stammbaum sieht Drachen als hexapode Nachkommen von sechsflossigen Fischen

Es gibt auch Ansätze, nach denen Drachen echte Hexapoden (Sechsbeinige Tiere) sind, die von sechsflossigen Fischen abstammen und somit sechs Gliedmaßen hätten. Damit wären sie nur entfernt mit den Landwirbeltieren (Tetrapoda) verwandt.

Der Biologe Robert M. May geht sogar so weit, die Drachen zusammen mit anderen hexapoden Fabelwesen wie Greifen, Pegasi, Kentauren und Engeln als Schwesterklade zu den Landwirbeltieren aufzustellen, während er Wyvern und Cockatrices zu den Landwirbeltieren stellt[3].

Diese Erklärung ist jedoch sehr unwahrscheinlich, da kein einziges wirklich hexapodes Wirbeltier und auch kein sechsflossiger Fleischflosser bekannt ist. Dies liegt daran, dass die Entstehung paariger Flossen schon sehr lange zurückliegt und nur Fische mit zwei Flossenpaaren seitdem überlebt haben[4].

Sehr selten wurden Drachen auch als Arthropoden, vor allem Insekten, interpretiert. Dies ist jedoch schon aufgrund ihrer Größe sehr unwahrscheinlich, da unsere Atmosphäre zu sauerstoffarm ist, als dass sich derart große Arthropoden entwickeln könnten. Ausserdem werden Drachen fast immer eindeutig als Wirbeltiere dargestellt.

Insektendrachen kommen in der Mythologie nicht vor, am nächsten käme der Pyrallis, ein Insekt, das dem Salamander ähnelt und in der Fantasy oft als Drachen-Insekt dargestellt wird[5]. Andere Insektendrachen in der Fantasy spielen oftmals auf das englische Wort Dragonfly für Libelle an.

Interessanterweise besitzen Insekten zwar sechs Gliedmaßen (wie westliche Drachen), jedoch sind die Flügel, anders als bei Wirbeltieren, keine modifizierten Gliedmaßen, so dass ein geflügeltes Insekt noch immer sechs Beine hat (im Gegensatz zu den vier Beinen westlicher Drachen). Eine ausführliche Argumentation für die Insekten-Theorie findet sich jedoch in Sviatoslav Loginovs On Classification of European Dragons[6].

In manchen Werken werden Drachen entsprechend auch als Außerirdische dargestellt, auf deren Planeten wirbeltierartige Wesen mit sechs Gliedmaßen völlig normal sind. Ein Beispiel hierfür wäre der Draco Berengarius aus Star Trek.

Größe und GewichtBearbeiten

Pterosaur scale2.jpg

Quetzalcoatlus und Hatzegopteryx sind die größten bekannten Tiere, die fliegen konnten

Die Größe, mit der Drachen meist beschrieben werden, würde eine Flugfähigkeit theoretisch allein aufgrund des Gewichtes ausschließen. Das größte flugfähige Tier, das jemals entdeckt wurde, ist der Quetzalcoatlus, der eine Flügelspannweite von 12 m besessen haben könnte. Da bei diesem jedoch die Flügel den größten Teil des Körpers ausmachen, erreichte er vermutlich nur ein Gewicht von 100 - 200 kg. Drachen hingegen werden meist wesentlich massiger dargestellt und wären darum vermutlich wesentlich schwerer.

Folgende Faktoren könnten eine Flugfähigkeit dennoch ermöglichen:

Hohle KnochenBearbeiten

Vogel Knochen.jpg

Querschnitt durch einen Vogelknochen, die Luftkammern sind sehr gut erkennbar

Es ist ziemlich sicher, dass flugfähige Drachen hohle Knochen oder solche mit einer gasgefüllten Wabenstruktur besitzen. Dieses Merkmal besitzen auch Pterosaurier, Vögel und Fledermäuse, da es notwendig ist, um den Körper leicht genug zu machen, um zu fliegen.

FlugblaseBearbeiten

Eine verbreitete Theorie in der Dracologie ist die Flugblase. Dies ist ein zusätzliches Organ, das nur Drachen besitzen, und das einer zweiten Lunge gleicht. In dieser Blase sammeln sich Verdauungsgase des Drachen, die ihm im Flug zusätzlichen Auftrieb verleihen. Die meisten Theorien beinhalten auch, dass der Ausstoß dieser Gase den Drachen zum Feuerspeien befähigt. Diese Flugblase wird erstmals in der Dokumentation Dragon's World beschrieben.[7]

Ein vergleichbares Organ besitzen Fische, um im Wasser Auftrieb zu erhalten. Aus der Schwimmblase hat sich die Lunge der Wirbeltiere entwickelt.

Der erste, der eine vergleichbare Theorie aufstellte, war Peter Dickinson in seinem Buch Flight of the Dragon, der jedoch noch einen Schritt weiter ging. Laut ihm besitzen Drachen keine Rippen (diese haben sich zu Flügeln entwickelt) und der Körper wird vollständig durch den Gasdruck im Inneren des Drachen gestützt. Dies ist jedoch eher unwahrscheinlich, da der Drache dadurch nur noch eine Art lebender Gasballon wäre.[8]

Auch Joschua Knüppe vertritt eine ähnliche Theorie, nach der ganz einfach die Lungen der Drachen (Draconiformes) stark vergrößert sind, um Gewicht zu sparen. Damit einher geht eine Reduktion des Verdauungsapparates, welche nur möglich ist, da die Drachen ihre Nahrung mithilfe von so genanntem Dracotoxin auflösen.[9]

Anhanguera.jpg

Die Anatomie des Pterosauriers Anhanguera. Hier sind die luftgefüllten Hohlräume im Körper gut zu sehen.

Es gibt Theorien, nach denen Pterosaurier, zumindest die sehr großen Azhdarchiden und Ornitocheiriden, ein System aus luftgefüllten Hohlräumen in ihren Flügeln hatten. Es gibt ein Fossil, dessen sehr gut erhaltene Flughaut eine schwammige Struktur aufweist, was diese Theorie unterstützt. Ein ähnliches System könnte auch Drachen zum Fliegen befähigen.[10]

Des weiteren argumentiert der Paläontologe Henry Gee, dass viele große Archosaurier, wie z.B. Krokodile und vermutlich auch Sauropoden, in ihrem ganzen Körper ein System von Luftsäcken haben, das u.a. zur Kühlung der inneren Organe dient. Bei Sauropoden diente dieses System vermutlich auch, ähnlich wie bei Vögeln, dazu, den Körper leichter zu machen, was es ihnen ermöglichte, gigantische Größen zu erreichen. Auch Drachen könnten laut Gee ein solches Luftsack-System besitzen, was noch effektiver wäre als eine einzelne Flugblase. Gee erwähnt auch, dass die Schuppen der Drachen möglicherweise durch ihre Form den Luftwiderstand reduzieren.[11]Möglicherweise ist dieses Luftsack-System auch ein gemeinsames Merkmal aller Archosaurier oder zumindest Dinosaurier, zu welchen die Drachen möglicherweise gehören könnten.[12]

Kleine DrachenBearbeiten

KircherDragonet.jpg

Drachen in alten Darstellungen sind oft eher klein

Eine andere Theorie besagt, dass Drachen gar nicht so groß sind. Drachen in mittelalterlichen Darstellungen sind meist eher klein, möglicherweise stammen die Beschreibungen riesiger Drachen auch aus Übertreibungen.[13]

Dazu würde auch die kryptozoologische Theorie passen, dass Drachensichtungen auf große Vögel zurückgehen. Diese Vögel wären sicher ebenfalls nicht so groß, wie Drachen heute meist dargestellt werden.

ThermikBearbeiten

Der Wissenschaftler Leonardo Da Napilut (dessen Existenz keineswegs als gesichert gilt) hat die Theorie aufgestellt, dass Drachen mithilfe ihres Feueratems selbst Thermik erzeugen können, die ihnen beim Auftrieb hilft.[14]

Eine ähnliche Theorie wurde von Hugo de Folieto aufgestellt, jedoch glaubte dieser, dass das Gift des Drachen die Luft in Bewegung bringt, wodurch der Drache angehoben wird. Diese Theorie war vermutlich im Mittelalter weit verbreitet, da auch Bartholomaeus Anglicus sie erwähnt.[15]

Der SchwanzBearbeiten

Lila Gypceros.png

Viele Drachen (hier der Vogelwyvern Gypceros aus Monster Hunter) besitzen einen langen, flexiblen Schwanz.

Um die Flugfähigkeit zu gewährleisten, sind auch an der Anatomie des Schwanzes Anpassungen notwendig. Drachen werden häufig als schlangenartige Tiere beschrieben, und manche Arten (z.B. die Drachen Indiens oder der Peluda, erstere sollen flugfähig sein) sollen mit ihrem Schwanz sogar in der Lage sein, Ihre Beute zu greifen oder zu würgen.

Im Gegensatz dazu fällt auf, dass die heutigen flugfähigen Tiere, die Vögel und die Fledermäuse, sehr kurze Schwänze besitzen. Im Fall der Vögel bilden die Schwanzfedern eine Art Fächer, der zum Steuern in der Luft verwendet wird, bei den Fledermäusen übernehmen die mit Flughäuten versehenen Hinterbeine diese Aufgabe. Bei den ausgestorbenen pterodactyloiden Pterosauriern waren ebenfalls die Hinterbeine für die Steuerung zuständig, wenn auch die Haut hier anders verteilt war als bei den Fledermäusen.

Dies liegt daran, dass ein Schwanz im Flug einen hohen Luftwiederstand erzeugt. Vor allem die langen Schwänze vieler Drachen sind dadurch eher unwahrscheinlich[16].

Urvogel.jpg

Der frühe Vogel Archeopteryx besaß, wie viele seiner Verwandten, einen langen, steifen Schwanz.

Jedoch gab es auch flugfähige Tiere, die, wie die Drachen, lange Schwänze besaßen. Dies waren einerseits die 'rhamphorhynchoiden' Pterosaurier (zu denen all jene "primitiven" Arten zählen, die keine Pterodactyloiden waren), andererseits aber auch viele frühe Arten der Paraves, auch einige Vögel.

All diesen Tieren war gemein, dass ihren Schwänzen durch kleine Knochenstäbchen eine Steifheit verliehen wird, die für die Stabilität des Fluges notwendig ist und den Luftwiederstand reduzieren. Sie sorgen dafür, dass der Schwanz sich nur noch lateral (seitlich), nicht aber dorsoventral (nach oben und unten) bewegen kann.[17]

Ohnezahn und Hicks 2.jpg

Ohne das Steuerruder am Schwanz ist der Nachtschatten aus Drachenzähmen leicht gemacht nicht flugfähig.

Natürlich benötigen auch Tiere mit langen Schwänzen ein Steuerruder am Schwanz. Im Fall der Rhamphorhynchoiden bestand dieses meist aus Knochen, während es bei vielen frühen Vögeln, ebenso wie bei den modernen, schwanzlosen Vögeln, aus Federn bestand. In der Fantasy sieht man häufig Drachen, welche eine Knochenstruktur, ähnlich der der Rhamphorhynchoiden, oder ein flossenartiges Hautsegel an der Schwanzspitze tragen. Diese können die Rolle des Steuerruders auch übernehmen, sofern sie groß genug dazu sind.

Die Steifheit des Schwanzes ist für die Flugfähigkeit jedoch unerlässtlich, weshalb es unwahrscheinlich ist, dass flugfähige Drachen ihren Schwanz wirklich wie Schlangen zum Würgen ihrer Beute nutzen können. Allgemein dürfte der Schwanz eines Flugfähigen Tieres als Waffe nicht viel taugen. Vertreter der Drachenvogel-Theorie glauben, dass der Mythos des schlangenartigen Schwanzes von den langen, im Wind wehenden Schwanzfedern einiger Fasanenarten kommt.[18]

Dabei ist auch noch zu erwähnen, dass alle flugfähigen Tiere mit langem Schwanz eher kleine Tiere sind, da einem großen Tier der oben erwähnte Luftwiederstand zu sehr im Weg wäre, um noch fliegen zu können[16].

Einen Kommentar zur schlangenartigen Körperform machte auch der britische Biologe Peter John Hogarth. Er ist überzeugt, dass sich Drachen erst in den letzten 5000 Jahren aus schlangenartigen Vorfahren entwickelt haben, wobei sich der Körper, wie bei allen flugfähigen Tieren im Vergleich zu ihren Vorfahren, verkürzt hat und kompakter wurde. Dies spiegelt sich in den Drachendarstellungen wieder, die im alten Sumer und Griechenland noch schlangenartig und flügellos, später geflügelt und echsenartig und seit dem Mittelalter teilweise sogar vogelartig waren.[19] Obwohl Hogarth von einem mythologischen Standpunkt ausgehend einen sehr kurzen Zeitraum einschätzt, könnte eine solche Erklärung auch bei einer rein biologischen Betrachtung der Evolution des Drachen Sinn geben. In diesem Fall hätte sich natürlich auch aus dem möglicherweise schlangenartigen Schwanz früher Drachen ein steiferer Schwanz entwickelt, der die Flugfähigkeit gewährleistet. Flugunfähige Arten mit schlangenartigem Schwanz könnten ebenfalls lange genug überlebt haben, um in die Aufzeichnungen früher Kulturen einzugehen.

Flugunfähige DrachenBearbeiten

Dracorex.jpg

In der Fernsehserie Primeval besitzt der Dinosaurier Dracorex Auswüchse auf dem Rücken, die von mittelalterlichen Menschen als Flügel fehlgedeutet wurden. Zwar gibt es keine Beweise, dass Dracorex diese Auswüchse wirklich hatte, jedoch könnte die Vorstellung von Drachenflügeln auf ähnliche Merkmale anderer Reptilien zurückgehen

Möglicherweise sind Drachen auch gar nicht flugfähig. Die Vorstellung von fliegenden Drachen könnte auf Auswüchse auf dem Rücken zurückgehen, die als Flügel fehlgedeutet wurden, oder auf nutzlose Flügel, die auf kleinere, flugfähige Vorfahren zurückgehen, wie dies bei Laufvögeln der Fall ist.

Meist wird auch beschrieben, dass Drachen gepanzert sind, und diese Panzer selbst mit Schwertern nicht durchschlagen werden können. Ein schwerer Schuppenpanzer wäre natürlich der Flugfähigkeit nicht gerade dienlich.

Außerdem tragen auch die Drachen der östlichen Mythologie nur sehr selten Flügel. Jedoch scheinen sie manchmal federartige Strukturen an den Schultern zu haben, die eventuell als Flügel fehlgedeutet werden könnten. In den meisten Mythen sind diese flügellosen Drachen flugfähig.

Siehe auchBearbeiten

Pterosaur.net

Naturkundemuseum Karlsruhe

QuellenBearbeiten

  1. Wikipedia: Polymelie
  2. Drachen-Kompendium: Drachenbauch
  3. Dragons Nest: Robert M. May - the ecology of dragons
  4. Biology letters: Unusual anal fin in a Devonian jawless vertebrate reveals complex origins of paired appendages
  5. Dr. Karl Shuker (2006), Drachen: Mythologie - Symbolik - Geschichte, Köln Taschen Verlag, ISBN 3-8228-5149-3
  6. Sviatoslav Loginov: On Classification of European Dragons
  7. Dragon's World (2004) in der IMDB
  8. Peter Dickinson (1981), The Flight of the Dragon, HarperCollins, ISBN 978-0060110741
  9. Hyrotrioskjan: Dracotoxine - the real dragon fire
  10. Scienceblogs: Pterosaurs breathed in bird-like fashion and had inflatable air sacs in their wings
  11. Discover-Magazine: How to explain your Dragon
  12. Heise.de: Luftige Dinosaurier
  13. Boogleech: Creepy Classic Dragons (englisch)
  14. Amaranon Magazin, Ausgabe #3, Artikel: "Drachen und ihre Flugfähigkeit - Eine wissenschaftliche Annäherung"
  15. Medieval Bestiary: Dragon
  16. 16,0 16,1 TREY the Explainer: Cryptid Profile - The Ropen or "The Living Pterosaur"
  17. Pterosaur.net Blog: Dragon Tails: What Pterosaurs Teach Us about Velociraptor by Dave Hone
  18. Frontiers of Zoology: Gwiber Wyvern by Tim Morris
  19. Peter J. Hogarth: Ecological aspects of dragons

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