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Fafnir (auch Fafner oder Fagnir, dt. der Umarmer, der Greif) war der Sohn des Zwergenkönigs (nach anderen Quellen Riesen) Hreidmar. Seine Brüder waren Otr und Regin.

Eines Tages gingen die Götter Odin, Loki und Hoenir zum Fischen. Dabei fingen sie einen Otter, den sie töteten. Doch der Otter war in Wahrheit Otr, und Hreidmar verlangte von den Göttern, die Leiche mit Gold zu bedecken. Jedoch vergrößerte Hreidmar die Leiche ständig mithilfe eines Zaubers. Die Götter konnten ihre Schuld nur begleichen, indem sie dem Zwerg Andvari seinen Schatz stahlen. Doch Andvari verfluchte einen Ring, der Teil des Schatzes war, auf dass er seinem Besitzer nur Unglück bringen möge. Hreidmar weigerte sich, seinen überlebenden Söhnen ihren Anteil an dem Gold zu geben und Fafnir tötete seinen Vater und nahm den Schatz an sich. Daraufhin floh Reginn und wurde später der Mentor von Sigurd (Siegfried).

Fafnir verwandelte sich in einen Lindwurm (wobei das Wort Lindwurm früher für jeden Drachen verwendet wurde, es könnte sich auch um einen europäischen Drachen oder eine andere Art handeln) und trug den Oegishjalmr (Schreckenshelm), um noch grausamer auszusehen, und er begann wie ein echter Drache, seinen Schatz zu bewachen.

Sigurd erschlug Fafnir und danach auch seinen Mentor Regin, der den Schatz an sich nehmen wollte. Nach einer anderen Überlieferung kochte Sigurd das Herz des Fafnir für Regin. Dabei kostete er von dem Blut und verstand fortan die Sprache der Vögel, welche ihm sagten, dass Regin ihn töten wolle, um den Schatz zu stehlen.

Später badete Sigurd in Fafnirs Blut, was ihn unverwundbar machte. Nur eine Stelle, zwischen den Schulterblättern, an der beim Bad ein Lindenblatt haftete, blieb verwundbar. Sigurd wurde später an dieser Stelle von seinem Freund Hagen erstochen, der den Nibelungenhort für sich wollte.

DrachenfelsBearbeiten

Drachenfels-Wappen

Wappen des Adelsgeschlechts von Drachenfels

Angeblich ist der Berg Drachenfels im Siebengebirge der Ort, an dem Siegfried Fafnir erschlug. Jedoch ist dieser Bezug zur Nibelungensage nicht nachgewiesen.

Nach dem Drachenfels ist auch das darauf befindliche Schloss Drachenburg benannt. Der Name Drachenfels selbst soll sich vom dort abgebauten Gestein Quarz-Trachyt ableiten. Jedoch wird der Berg schon mindestens seit 1149 Drachenfels genannt. Der Name Trachyt hingegen wurde erst 1813 eingeführt.

In der PopulärkulturBearbeiten

  • Laut J.R.R. Tolkien ist Fafnir, neben dem Drachen aus Beowulf, einer der beiden einzigen echten Drachen der Mythologie. Er nahm die beiden Drachen als Vorbild für seinen Charakter Smaug.
  • In der RPG-Serie Shin Megami Tensei ist Fafnir ein Dämon, der als (meist) ungeflügelter Drache erscheint.
  • Der deutsche Name des Pokémon UHaFnir basiert auf Fafnir, während dies in anderen Sprachen nicht der Fall ist.
    • Außerdem basiert der Name des Drachen-Trainers Siegfried auf dem Mörder Fafnirs.
  • In den Marvel-Comics war Fafnir einst der König von Nastrond (in der Mythologie die Heimat von Niðhǫggr), der durch magisches Wasser in einen Drachen verwandelt wurde, und taucht wiederholt als Feind des Helden Thor, der auf dem gleichnamigen nordischen Gott basiert, auf.
  • In der englischen Version von Stanisław Lems Die dritte Reise oder von den Drachen der Wahrscheinlichkeit ist "high-frequency binomial fafneration" (übersetzt etwa: hochfrequente, binominale Fafnerierung) einer der Fachbegriffe, die die Konstrukteure Trurl und Klapauzius verwenden, die aber nicht näher erläutert werden.
  • In Miss Kobayashi`s Dragon Maid ist Fafnir ein schwarzer Drache, der auch die Gestalt eines Menschen annehmen kann, was er aber ungern tut.
  • Fafnir und seine Brüder Otr und Reginn sind die Namensgeber für drei Drachen aus dem Videospiel God of War.
  • Fafnir ist einer der spielbaren Götter in Smite. Im Spiel hat er die Gestalt eines Zwergs, die Drachen-Legende ist jedoch seine Hintergrundgeschichte.

QuellenBearbeiten