FANDOM


Elektrodrache Robotermärchen Stanislaw Lem

Der Elektrodrache

Der Elektrodrache (pol. Elektrosmok) ist ein Monster aus Stanislaw Lems "Märchen von der Rechenmaschine, die gegen den Drachen kämpfte" (pol. Bajka o maszynie cyfrowej, co ze smokiem walczyła), welches 1964 (in Deutschland 1969) als Teil der Sammlung "Robotermärchen" (pol. Bajki robotów) veröffentlicht wurde. Es handelt sich um einen Roboterdrachen, der der Antagonist der Geschichte ist.

Das MärchenBearbeiten

Das Märchen handelt vom Roboterkönig Poleander Partobon, dem König der Kyberei. Der König war versessen darauf, Krieg zu führen und hatte zu diesem Zweck ein gigantisches Arsenal an kybernetischen Waffen angehäuft. Da er jedoch derart gut bewaffnet war, wagte es keiner ihn anzugreifen. Um dennoch Krieg führen zu können lies der König sich regelmäßig Feinde bauen, gegen die er dann kämpfen konnte.

Im Zuge dessen lies der König auf dem Mond seines Heimatplaneten eine Rechenmaschine bauen, die immer neue Feinde hervorbringen konnte, gegen die der König dann kämpfen wollte. Um die Funktionalität der Maschine zu testen befahl er ihr telegraphisch, "Elektrokrach" zu erzeugen. Durch einen Tippfehler jedoch erhielt die Maschine den Befehl, einen "Elektrodrach" zu bauen.

Abgelenkt von einem anderen Feldzug vergaß der König den Befehl und übersah den Fehler, der ihm unterlaufen war. Bald jedoch begannen riesige Felsstücke vom Mond auf den Planeten zu fallen. Um deren Ursprung zu ergründen schrieb der König die Maschine an, welche jedoch vom Drachen zerstört worden war. Er hatte daraus seinen eigenen Schweif gebaut.

Der König schickte daraufhin mehrere Wellen von Kriegern zum Mond, von denen jedoch keiner zurückkehrte. Der Drache hingegen fraß neben den Kriegern auch den Mond nach und nach auf und wurde dadurch immer größer. Da der Mond immer kleiner wurde, befürchtete der König, dass der Drache bald zum Planeten herabfallen würde. Während der König sich noch über eine Lösung den Kopf zerbrach, erhielt er ein Telegramm vom Drachen, welcher den Thron für sich einforderte.

Daraufhin eilte der König zu seiner strategischen Maschine, mit der er seit einem Streit über eine militärische Operation kein Wort mehr gewechselt hatte. Die Maschine, von dem Streit noch immer beleidigt, stellte die Vorraussetzung, dass der König sie zum Rechengroßmarschall ernannte und sie nur noch mit "Eure Ferromagnetifizenz" ansprach. Nachdem der König dem zustimmte, schlug sie ihm vor, einen stärkeren Elektrodrachen zu bauen. Der König, von dem Plan begeistert, lies die Maschine ebendiesen Drachen bauen.

Noch bevor der Drache fertig war, kam dem König die Sorge, dass der neue Drache sich nach seinem Sieg über den alten Drachen ebenfalls gegen den König erheben könnte. Die Maschine erwiederte, dass er dann einfach einen noch stärkeren Drachen bauen lassen sollte. Der König sah die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens und gebat der Maschine Einhalt. Die Maschine hielt dies für unlogisch, willigte jedoch ein, sich etwas neues einfallen zu lassen. Während sie an einer neuen Lösung arbeitete, brannte jedoch eine Röhre in der Maschine durch und der König musste sie reparieren.

Nachdem auch dies geschehen war, schlug die Maschine vor, eine allgemeine Theorie zur Bekämpfung von Elektrodrachen aufzustellen. Als einzelnes Beispiel dieser Theorie wäre der Drache dann leicht zu bezwingen. Zum Aufstellen dieser Theorie müsse die Maschine jedoch eine Menge Versuchsdrachen erschaffen, was der König ablehnte, aus Angst diese würden sich ebenfalls gegen ihn wenden.

Der nächste Vorschlag der Maschine war ein Wettbewerb mit dem Drachen. Der König telegraphierte dem Drachen, er würde seinen Thron abgeben, sofern der Drache drei einfache mathematische Operationen lösen könne.

Als erstes solle sich der Drache durch sich selbst teilen. Da in einem Elektrodrachen jedoch nur ein Elektrodrache enthalten ist, blieb er weiterhin bestehen. Danach sollte der Drache die Wurzel aus sich selbst ziehen. Auch dies gelang dem Drachen, wenn auch mit Mühe.

Dann schlug die Maschine vor, der Drache solle sich von sich selbst abziehen. Der Drache zog zuerst seinen Schweif ab, dann die Beine, dann den Rumpf. Da merkte er, dass etwas nicht mit rechten Dingen zuging, doch es war bereits zu spät um aufzuhören und er zog auch seinen Kopf ab. Übrig blieb Null, und der Drache war weg.

Der König wollte, nachdem die Bedrohung gebannt war, die Maschine abschalten. Dies jedoch fasste sie als Beleidigung auf, da er sie auch nicht mehr "Eure Ferromagnetifizenz" nannte. Sie begann sich selbst in einen Drachen zu verwandeln und schon wuchsen Klauen aus ihren Seiten. Der König begann voller Schreck, mit seinem Pantoffel auf die Maschine einzuschlagen und löste dadurch einen Fehler in ihrem Programm aus. Aus dem Wort "Elektrodrach" wurde "Elektrodreck" und die Maschine verwandelte sich in einen Klumpen Schrott.

Der König war gerettet, doch fortan schwor er der Kriegskunst ab und nutzte die Kybernetik nur noch zu friedlichen Zwecken.

QuellenBearbeiten

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.