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Dracologie

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Dracologie (auch Draconologie, Drachologie oder engl. Dragonology) ist die Wissenschaft der Drachen. Sie sieht sich als Bestandteil der Kryptozoologie, und dadurch beschäftigt sie sich hauptsächlich damit, herauszufinden, ob Drachen existieren. Bei der Dracologie handelt es sich nicht um eine offiziell anerkannte Wissenschaft, sondern eher um eine Pseudo-Wissenschaft, da sie sich mit (vermutlich) nicht realen Tieren beschäftigt.

Alternativ wird jedoch auch die Erforschung mythologischer und folkloristischer Drachen ohne von deren Existenz auszugehen als Dracologie bezeichnet.

EtymologieBearbeiten

Das Wort Dracologie kommt von lat. dracō (Drache) von griech. drákōn, abgeleitet von griech. dérkomai (sehen), und wird im Deutschen auch Drachologie, dragonologie im Französischen und dragonology im Englischen geschrieben. Das sind allerdings Neologismen, die sich aus dem jeweiligen Wort für Drache und griech. logos (Erörterung) zusammensetzen und von Dr. Ernest Drake in verschiedensprachigen Versionen von Dragonology - The complete Book of dragons verwendet werden. Geprägt wurde der englische Begriff Dragonology jedoch bereits 1992 von Qiguang Zhao in seinem Werk A Study of Dragons, East and West.

Statt Dracologie wäre im Deutschen auch die Schreibweise mit k - Drakologie - sinnvoll, da so meist mit Fremdwörtern verfahren wird. Alternativ ist auch die Bezeichnung Draconologie (engl. Draconology) in Gebrauch.

Abgeleitet von diesen Begriffen wird jemand, der Drachen erforscht, entsprechend als Dracologe, Drachologe, Drakologe, Draconologe oder im Englischen als Dragonologist oder Dracologist bezeichnet.

AllgemeinBearbeiten

Hinweis Ab "Die Dracologie wurde in den 90er-Jahren..." frei übersetzt aus der französischsprachigen Wikipedia; die Übersetzung läuft noch.
JonstonBasilisken.jpg

Basilisken nach Ulisse Aldrovandi und Jan Jonston

Während des Mittelalters und auch darüber hinaus wurden Drachen noch ganz selbstverständlich als reale Tiere angesehen, weshalb sie auch in Bestiarien, Tierbüchern und anderen naturwissenschaftlichen Werken beschrieben wurden. Da es jedoch keinen eindeutigen Beweis für ihre Existenz gibt, nahm der Glaube an Drachen mit der Zeit immer mehr ab. Heute ist die vorherrschende Meinung, Drachen würden nicht existieren. Drachologen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Drachen zu erforschen und ihre Existenz zu beweisen oder herauszufinden, welche Tiere hinter dem Drachenmythos stecken.

So schrieb bereits Scheuchzer 1711:

"At last I must mention that furious rivers from the mountains are called by the locals of the Alps also dragons. If a river flows down from the mountains, and carries large stone, trees and other things with it, so they say: The dragon became unchained...[]... that many wrong stories about the dragons have their source in this fact.
However I assume, that by comparison with the dragons from the Swiss and foreign
, that such animals exist, they could be a rare species of animals, or, as many say, deformed snakes, because not all are of same kind, some have wings, other are without limbs, who will be attributed to snakes, other have limbs, so that we should compare them to lizards. They differ also in colour, scales and form of the parts."

-- "Itinera alpine" (Itinera per Helvetiae alpinas regiones facta annis 1702-1711), übersetzt aus dem Lateinischen

Die Dracologie wurde in den 90er-Jahren durch Fantasy-Bücher und -Filme wiederbelebt. Teil der Dracologie sind zum einen Theorien über die Bändigung von Drachen, zum anderen anatomische Forschung und das Zeichnen von Karten, wo man Drachen häufig antrifft. Es gibt zwar keinerlei Beweise für die Existenz von Drachen, weshalb sie auch nicht Bestandteil der Zoologie sind, dennoch gibt es Seminare und Konferenzen über Dracologie.

Eine Auflistung dracologischer Werke findet sich im Literaturverzeichnis.

DefinitionBearbeiten

Man kann drei "Arten" der Dracologie unterscheiden:

  • Die Dracologie der Mythen und Legenden, die basierend auf mündlichen und schriftlichen Überlieferungen versucht, sich ein Bild von den Drachen zu machen, die in der Mythologie vorkommen und eventuell wirklich existieren.
  • Die Dracologie als Aspekt der Kryptozoologie, also auf der Basis von Drachensichtungen.
  • Die Dracologie spezieller Werke oder Spiele wie Harry Potter und Dungeons and Dragons, die nur die Drachen einer einzelnen fiktiven Welt beschreibt. In manchen Fällen existiert diese Welt nur für das entsprechende Werk.

Meist vermischen sich die ersten beiden Punkte, wenn es darum geht, reale Drachen zu finden. Auch der dritte Punkt wird oft von den ersten beiden beeinflusst. Viele Werke präsentieren sich als Werke der ersten beiden Kategorien, enthalten aber auch erfundene Inhalte.

Häufig werden dracologische Werke unter Pseudonymen veröffentlicht, im Fall der dritten Kategorie ist der fiktive Autor für gewöhnlich ein Bewohner der Fantasy-Welt, in der die Drachen leben, wie z.B. Newt Scamander.

Drachenkunde im Lauf der Zeit (Entstehung des Worts Dracologie)Bearbeiten

Drachen wurden in bestimmten Bestiarien des Mittelalters und in wissenschaftlichen Werken der Renaissance als reale Tiere beschrieben, der Begriff Dracologie oder abgeleitete Formen wurden jedoch nicht verwendet.

In Reimsbourg (es handelt sich bei dabei um einen fiktiven Ort) soll es ein Drachenmuseum gegeben haben, das aber während des zweiten Weltkriegs zerstört wurde. Selbst in diesem Museum wurde der Begiff Dracologie noch nicht benutzt.
Traktat-o-drakonah-cover.jpg

Трактат о драконах (Traktat o Drakonah, deutsch Abhandlung über Drachen)

Das Wort Dracologie scheint seinen Ursprung in Russland zu haben, wo es erstmals 1958 als Kapitelüberschrift von Ian Slovikom (auch Jan Slovic, russisch Ян Словик) in seiner Abhandlung Трактат о драконах ("Abhandlung über Drachen") verwendet wurde. Ebenso interessant ist, dass in der russischen Ausgabe der Abhandlung über Drachen als Inschrift (wahrscheinlich auf einer der ersten Seiten) steht: "Diese Edition wurde mit der Unterstützung des internationalen Instituts für Dracologie produziert."

Später, im Jahr 1963, schrieb Stanislaw Lem ein Werk über Drachen und im Lauf der Zeit benutzten verschiedene Autoren das Wort drakonologiya (Драконология) und seine Varianten im Russischen, um ihre Werke über Drachen zu betiteln; dabei blieben sie stets unabhängig voneinander.

Die Popularität der Dracologie im weiteren Verlauf der Geschichte wurde ausgelöst durch ein Bilderbuch aus dem Jahr 2008: im englischen Original Dragonology, im Russischen Драконология, zu deutsch Drachologie - Ein Kurs für Drachenforscher - Aufspüren und Zähmen von Dugald A. Steer (alias Dr. Ernest Drake). Dieses Werk wurde in 32 Sprachen übersetzt und hat eine Gesamtauflage von 5,7 Millionen Büchern. Der fiktive Autor des Werkes, Dr. Drake, soll im England des 19. Jahrhunderts gelebt und weltweit Drachen erforscht haben.

Alternative AnsätzeBearbeiten

Neben dem wissenschaftlichen Ansatz der Dracologie gibt es noch andere Ansätze, die Existenz von Drachen zu erklären. Esoteriker begannen, eine nicht-biologische (mystische, energetische, spirituelle, psychologische) Existenz der Drachen in Betracht zu ziehen, und verließen sich dabei komplett auf das Wissen östlicher Kulturen im Zusammenhang mit den Drachen.

Suche nach DrachenBearbeiten

Bisher gab es noch keine wissenschaftlichen Expeditionen zur Suche nach Drachen, da diese immer als Fabelwesen abgetan werden. Die Existenz vieler Tiere, die als Fabelwesen angesehen wurden, ist jedoch mittlerweile bewiesen, wie z. B. die des Schnabeltiers, des Okapi und des Kraken.

Jedoch ist damit zu rechnen, dass reale Drachen nicht hundertprozentig unseren Vorstellungen von Drachen aus Mythologie und Fantasy entsprechen. Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass untersschiedliche Drachentypen auf nicht miteinander verwandten Tieren basieren.

TriviaBearbeiten

  • Die Dracologie sollte nicht verwechselt werden mit Dracontologie, der Wissenschaft der unbekannten Seetiere, die ebenfalls Bestandteil der Kryptozoologie ist und wörtlich übersetzt ebenfalls Wissenschaft der Drachen bedeutet, was jedoch irreführend ist.

QuellenBearbeiten

  • Qiguang Zhao (1992), A Study of Dragons, East and West, Peter Lang Publishing Inc., ISBN 978-0820417585

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