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Drachenabbildung aus dem medizinischen Werk Bencao Pinhui Jingyao aus dem 16. Jahrhundert

Früher war der Glaube weit verbreitet, dass Körperteile von Drachen eine heilende Wirkung besitzen würden. Verschiedene Quellen erklären die Benutzung und Wirkung der Körperteile. Inwiefern dies alles wirklich funktioniert, ist unklar.

Der Drachenstein, der häufig auch Teil des Körpers des Drachen ist, wird in einem separaten Artikel beschrieben. Auch ihm werden magische Heilkräfte zugeschrieben.

Historische BeispieleBearbeiten

Edward TopsellBearbeiten

Edward Topsell schrieb, dass das Fett des Drachen, wenn man es in der Sonne trocknet, gegen Geschwüre hilft. Mischt man es hingegen mit Honig und Öl, hilft es gegen Blindheit. Außerdem sollen giftige Tiere Drachenfett hassen. Letzteres wurde im Mittelalter auch über die Hörner von Einhörnern gesagt.

Topsell schreibt auch, dass die Zunge oder die Galle des Drachen, in Wein aufgelöst, vor Succubi bzw. Incubi schützt. Ein Succubus ist ein weiblicher Dämon, der Männer verführt, der Incubus ist das männliche Gegenstück[1].

Eine lebendige Amphisbaene soll laut Topsell eine sichere Geburt begünstigen, während die Ausdünstungen einer toten Amphisbaene ungeborenen Kindern schaden[1].

Chinesische MedizinBearbeiten

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Drachenzähne (oben) und -knochen (unten), wie sie in der chinesischen Medizin verwendet werden.

In China werden Knochen ausgestorbener Tiere als Medizin gegen die verschiedensten Krankheiten und Gebrechen verkauft. Dabei werden Knochen, Zähne, Hörner, Klauen usw. als Drachenknochen (chin. 龙骨, Lóng Gǔ, lat. Os Draconis) und Drachenzähne (chin. 龙齿, Lóng Chĭ, lat. Dens Draconis) bezeichnet, egal von welchen Tieren sie stammten. Unter diesen "Drachenknochen" waren neben den Überresten heutiger Tiere auch oft Fossilien, überwiegend von Säugetieren wie Mammuts[2][3]. Die Knochen sollen gegen Dysenterie, Gallensteine, Fieber, Epillepsie, Wahnsinn und Krämpfe bei Kindern helfen[4].
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"Drachenknochen" auf einem chinesischen Markt

Sowohl Drachenknochen als auch Zähne werden je nach Verwendungszweck entweder roh (sheng longgu) oder kalziniert (duan longgu) verwendet. Um das Fossil zu kalzinieren, wird es in sauerstoffarmer Atmosphäre erhitzt, bis es rot wird. Während rohe Materialien eher für Krämpfe und Epillepsie verwendet werden, werden kalzinierte Fossilien u.a. bei Durchfall, Scheidenausfluss oder Nachtschweiß verwendet.

Da die Fossilien sehr kalziumreich sind und Milchprodukte, die für gewöhnlich die größte Kalziumquelle der menschlichen Ernährung darstellen, in China früher beinahe unbekannt waren, sind pulverisierte Fossilien wirklich bei einigen auf Kalziummangel zurückzuführenden Krankheiten wirksam.[5]

Han beschreibt weitere Unterschiede in den Knochen. So sollen die Knochen weiblicher Drachen dünn, aber mit breiten Linien durchzogen sein, während die Knochen der Männchen robuster und von feinen Linien durchzogen sind. Bunte Knochen sollen die beste Qualität haben, weiße und gelbe Knochen sollen von mittlerer und schwarze von sehr geringer Qualität sein. P’u hingegen behauptet, dass die weißen Knochen die wertvollsten sind[6].

Laut Kung sind die Knochen, die in Tsin gefunden wurden, von schlechter Qualität, laut Han findet man die besten Knochen in Yea-cheu, Ts’ang-cheu und T’ai-yuen[6].

Marco Polo berichtet, dass die Galle der lindwurmartigen Schlangen, die er in China beobachtet hat, eine heilende Wirkung besitzt.

Di Long (chin. 地龍散) ist ein Extrakt, das aus dem roten Waldregenwurm gewonnen wird. Es soll gegen Krämpfe, Fieber, Rheumatoide Arthritis und weitere Krankheiten helfen. Regenwürmer werden in der chinesischen Mythologie als Kinder von Erddrachen (Dìlóng) angesehen.

NibelungensageBearbeiten

In der Nibelungensage wird berichtet, dass Siegfried im Blut (oder im Fett) des Drachen Fafnir badete, wodurch seine Haut undurchdringlich für jede Art von Waffe wurde. Auch hieß es, dass er das Herz Fafnirs briet, da sein Meister es essen wollte. Dabei probierte er vom Blut des Drachen und konnte daraufhin die Sprache der Vögel verstehen. Diese verrieten ihm, dass sein Meister durch den Verzehr des Herzens Unsterblichkeit erlangen wollte.

Hildegard von BingenBearbeiten

Hildegard von Bingen schreibt in ihrer Physica folgendes über den Drachen[7]:

"Der Drache hat eine trockene, ungewöhnliche Hitze und ein unbezähmbares Feuer in sich, doch sein Fleisch ist nicht feuriger Natur. Sein Odem aber ist so kräftig und scharf, dass er, sobald er ausgestoßen wird, entflammt wie ein Feuer, das aus einem Stein geschlagen wird. Dem Menschen ist er übel gesinnt. Weil er das Wesen und die Tücken des Teufels hat, bewegt er Geister in der Luft, wenn er ausatmet."
―Hildegard von Bingen - PhysicaQuelle
"Wenn ein Mensch einen Stein in sich trägt, soll er Drachenblut nehmen und es an einem feuchten Platz bringen, danach in reinem, klaren Wasser eine knappe Stunde lassen, damit das Wasser von seiner Wärme annimmt. Das Blut soll er dann wieder abschöpfen und das Wasser nüchtern trinken. Gleich darauf soll er ein wenig essen. So soll er es über neun Tage tun, aber stets nur mäßig von dem Wasser trinken. Durch die Kraft des Drachenblutes wird der Stein in ihm zerbrechen, und der Mensch wird vom Stein befreit. Unverdünntes Drachenblut soll man niemals trinken, man würde daran sterben."
―Hildegard von Bingen - PhysicaQuelle

Fantasy-BeispieleBearbeiten

DragonologyBearbeiten

Dr. Ernest Drake beschreibt unterschiedliche Anwendungen von aus Drachen gewonnenen Materialien in der Medizin.

DrachenhornBearbeiten

Zu Pulver zerstoßen, mit Salamanderfett gemischt und auf Augen, Nase und Ohren aufgetragen, erhöht Drachenhorn die Wahrnehmung dieser Sinne. Auch wird Drachenhorn zu vielen Zaubern verwendet.

Drachenblut- und staubBearbeiten

In kleinen Mengen wirkt Drachenblut rasch heilfördend, mit Drachenstaub vermischt schlaffördernd (in großen Mengen hilft das Gemisch auch, Drachen zu besänftigen).[8]

S.A. CaldwellBearbeiten

S.A. Caldwell, Gründer der Akademie für Drachenforschung und Autor des Buches "Im geheimen Reich der Drachen", beschreibt, welche Kräfte Dracheninnereien verleihen.

Das HerzBearbeiten

Viele Zauberer glauben, die Seele des Drachen wohnt in seinem Herz. Nimmt man einen Biss, kann man in die Zukunft sehen. Drachenherzen werden zu Höchstpreisen gehandelt.

Die KnochenBearbeiten

Knochenpulver hilft bei Erkältungen und beschleunigt die Heilung von Brüchen.

Die ZungeBearbeiten

Isst man eine Drachenzunge, kann man alle Sprachen der Welt sprechen und erlangt Weisheit. Damit die Wirkung eintrifft, muss man mindestens zehn Zentimeter von der Zunge verspeisen.

Die SchuppenBearbeiten

Die Schuppen aus Hornsubstanz enthalten einen nicht erforschten Bestandteil. Hält man eine Schuppe in der Hand, wird die Haut geschmeidig. Es wird vermutet, dass in den Schuppen ein Mittel ist, dass ewige Jugend verleihen kann.

Die HörnerBearbeiten

Gemahltes Drachenhorn hat die gleichen Kräfte wie die Knochen. Die Echtheit von Drachenhorn beweist man, indem ein Stück in Erde vergraben wird. Wächst ein Drachenbaum daraus, ist das Horn echt.

Harry PotterBearbeiten

DragonBlood Pottermore.png

Eine Phiole Drachenblut aus Pottermore

In der Welt von Harry Potter gibt es zwölf Verwendungszwecke für Drachenblut, darunter ist auch eine beschleunigte Wundheilung. Aus diesem Grund presste der Halbriese Rubeus Hagrid ein Drachensteak auf seine Wunde, nachdem er von einem Riesen verletzt worden war.

Monster HunterBearbeiten

Khezu.png

Das Extrakt des Khezu verstärkt die Wirkung von Medikamenten.

Ein Extrakt aus dem Körper der Wyvernart Khezu ist in der Lage, die Wirkung von diversen Arzneimitteln zu verstärken, wenn man es damit mischt[9].

Außerdem gibt es so genanntes Sprint-Extrakt, das man aus Fischen, aber auch aus Ludrothen gewinnt. Diese Flüssigkeit erhöht die natürliche Ausdauer des Menschen[10].

Dragons of the WorldBearbeiten

Der Speichel der Spezies Iberotaurus primus soll als Schmerzmittel wirken, wenn man ihn in kleinen Dosen einnimmt.

QuellenBearbeiten

  1. 1,0 1,1 Strange Science: Dragons and Dinosaurs
  2. China-Park: Long Gu
  3. Acupuncture and Chinese Medicine: Dragon Teeth
  4. The Glyptodon: Dragon Teeth - Fossils in Chinese Medicine
  5. Subhuti Dharmananda, Ph.D: Dragon's Bones and Teeth
  6. 6,0 6,1 Charles Gould (1886), Mythical Monsters
  7. Hildegard von Bingen: Physica
  8. Dr. Ernest Drake (2004), Expedition in die geheime Welt der Drachen, arsEdition, ISBN 978-3-7607-4818-4
  9. Monsterhunter-Wiki: Khezu Carves (englisch)
  10. Monsterhunter-Wiki: Royal Ludroth Carves (englisch)

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