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Die Haut der Drachen besitzt laut den meisten Quellen eine besondere Widerstandsfähigkeit. Vor allem Fantasy-Werke neigen dazu, dem Drachen eine Panzerung zu geben, die ihn vor Hitze, Kälte und den meisten Waffen schützen. Der Panzer mancher Erddrachen soll sogar so hart wie Stein sein oder aus Stein bestehen. Dennoch sind die meisten Drachen flugfähig, woraus man schließen kann, dass der harte Panzer erstaunlich leicht ist.

Bei feuerspeienden Drachen ist es natürlich naheliegend, dass sie gut genug geschützt sind, um sich nicht mit ihrem eigenen Feuer zu verletzen.

Reale VorbilderBearbeiten

Alligator prenasalis

Osteoderme am Rücken eines fossilen Alligators.

In der Realität sind gepanzerte Tiere meist eher träge, was jedoch auch auf viele mythologische Drachen zutrifft. Ein Panzer besteht bei Archosauriern wie z.B. Krokodilen oder Ankylosauriern, aber auch bei einigen Reptilien und Amphibien, für gewöhnlich aus in die Haut eingelagerten Knochenplatten, so genannten Osteodermen. Eine Extremform bildet der Panzer der Schildkröten, welcher mit dem Brustkorb und der Wirbelsäule verwachsen ist und eine massive Schale bildet, in die sich einige Arten zurückziehen können.[1]Auch die Keule mancher Ankylosaurier und die Knochenplatten auf dem Rücken bzw. die Stacheln am Schwanzende der Stegosaurier (Thagomizer) bestehen aus modifizierten Osteodermen. Ähnlich dürfte es sich mit den Stacheln vieler Drachen verhalten.

So extrem ist die Panzerung der Drachen für gewöhnlich nicht, sie erinnert eher an die Haut von Krokodilen. Deren äußere Panzerung besteht aus den für Sauropsiden üblichen Hornschuppen, unter denen sich am Rücken ein Panzer aus Osteodermen befindet. Bei kleineren Arten befinden sich Osteoderme am ganzen Körper, teilweise sogar auf den Augenlidern.[2] Diese schützen die Tiere vor den meisten äußeren Einflüssen, dürften aber keinen so perfekten Schutz bilden, wie der Drachenhaut meist zugeschrieben wird.

SchuppenBearbeiten

Dragonslayer vom Drachenkompendium vermutet, dass Drachenschuppen mit Quarzglas bedeckt sind. Dieses widersteht Temperaturen von bis zu 1715 °C, und da es nicht leitfähig ist schützt es sogar vor Stromschlägen. Laut Dragonslayer wäre es theoretisch möglich, dass der Körper des Drachen Quarzglas herstellt und durch Drüsen absondert, wodurch es auf den Schuppen verteilt wird. Unter Einschluss diverser chemischer Verbindungen nimmt das Quarzglas unterschiedliche Farben an, was die bunten Farben verschiedener Elementardrachen erklärt.[3] Der Paläontologe Henry Gee glaubt außerdem, dass die Form der Drachenschuppen den Luftwiderstand verringert, um die Flugfähigkeit zu gewährleisten[4]. Es könnte auch sein, dass die Drachen Mineralien aus ihrer Nahrung in die Schuppen einlagern um so die Widerstandsfähigkeit gegen Feuer zu stärken. Dies würde auch die Steinpanzer der Erddrachen erklären.

Verwundbare StelleBearbeiten

Wantley

Die verwundbare Stelle des Drachen von Wantley befindet sich nicht am Bauch.

Viele Drachenmythen erzählen von einer verwundbaren Stelle am Bauch des Drachen. Entweder handelt es sich dabei um eine ganz bestimmte, sehr kleine Stelle, z.B. eine fehlende Schuppe, die der Held mit seiner Waffe genau treffen muss, oder der Bauch ist allgemein sehr verwundbar.

Im zweiten Fall ließe sich eine mögliche Erklärung nicht aus der Konsistenz der Haut, sondern des Brustkorbes ableiten. Wie im Artikel Flugfähigkeit beschrieben, könnte es sein, dass sich die Flügel der Drachen aus Rippen entwickelt haben. Dadurch fehlen die Rippen natürlich am Bauch und bieten nicht mehr den Schutz, den sie bei anderen Wirbeltieren bieten[5].

Natürlich haben auch allgemein viele gepanzerte Tiere, wie Ankylosaurier oder Gürteltiere, am Rücken einen schützenden Panzer, während der Bauch mit normaler Haut bedeckt ist. Dies liegt daran, dass der Bauch bei nicht aufrecht gehenden Tieren für Feinde sowieso schwerer erreichbar ist und darum nicht so gut geschützt werden muss.

Manchmal wird mit der verwundbaren Stelle auch die Angewohnheit der Drachen, Schätze zu horten, erklärt. Die Edelsteine aus dem Hort des Drachen sollen im Bauch stecken bleiben und zusätzlichen Schutz bieten[6].

VerwendungBearbeiten

MH3-Lagiacrus LS

Monsterjäger in einer Rüstung aus Lagiacrus-Haut

Aufgrund ihrer außerordentlichen Stabilität und des trotzdem sehr geringen Gewichts ist Drachenhaut in vielen Fantasy-Werken ein beliebter Rohstoff zur Herstellung von Schilden und Rüstungen. Dabei schützt sie den Ritter genauso gut, wie sie es einst bei dem Drachen getan hat.

Mythologische Beispiele sind selten, da vor allem europäische Drachen häufig sehr giftig waren und sich deren Körperteile darum nicht für die Weiterverarbeitung eignen. Aus der Panzerhaut des Leviathan sollen jedoch so genannte Lichtkleider für Adam und Eva hergestellt worden sein.

Edward Topsell beschreibt, dass die Haut der Amphisbaene, um einen Stock gewickelt, giftige Tiere fernhält, ähnlich dem Horn eines Einhorns. Um einen Olivenstock gewickelt wirkt sie sogar als Heilmittel gegen allerlei Gebrechen[7].

Heute bezeichnet Dragon Skin Body Armor eine besondere Art der Hartballistik, welche in kugelsicheren Westen verwendet wird. Sie besteht aus einander überlappenden Schuppen.[8]

TriviaBearbeiten

  • In den Pokémon-Spielen ist Drachenhaut ein Item, mit dem man Seemon zu Seedraking entwickelt.

QuellenBearbeiten

  1. Wikipedia:Osteoderm
  2. Wikipedia:Krokodile
  3. Drachen-Kompendium: Drachenschuppen
  4. Discover-Magazine: How to explain your Dragon
  5. Drachen-Kompendium: Drachenbauch
  6. Dr. Ernest Drake (2004), Expedition in die geheime Welt der Drachen, arsEdition, ISBN 978-3-7607-4818-4
  7. BHL: The history of four-footed beasts and serpents
  8. Wikipedia: Dragon Skin Body Armor

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