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Sündenfall Cranach.jpg

Der Baum im Garten Eden

In einigen Legenden aus Ostdeutschland wurden die Birnbäume (Pyrus) als "Drachenbäume" bezeichnet.

Eine Legende aus dem Wendland erzählt Folgendes:

"Der wilde Birnbaum heißt Plonica, also nach dem Drachen, wie der wilde Apfelbaum. Plonica heißt auch die Frucht dieser Bäume. Aus der Frucht der Drachenbäume kocht man ein Bier, das gegen viele Krankheiten hilft. Aus den Früchten des Drachenbaums muß man eine Brühe kochen; dieselbe hilft gegen Schmerzen im Unterleib. Ein Feld wird vor Unheil aller Art behütet, wenn man auf dasselbe einen Drachenbaum pflanzt. Wenn man in der Silvesternacht gleich nach Mitternacht Brühe von den Früchten des Drachenbaums auf die Hausschwelle gießt, so kommt in dem Jahr der Tod nicht ins Haus. Im Paradies hat der Teufel als Drache auf einem wilden Birnbaum gesessen und die Menschen zur Sünde gebracht. Die wilden Birnbäume sind den Menschen aus dem Paradies nachgezogen. Man findet sie allerwärts in der Welt: Sie sind lieblich anzusehen, aber sie taugen nichts. In den Drachenbäumen pflegen die Drachen zu hausen. Wie die Drachen sieben Häupter hatten, so haben auch die Drachenbäume sieben große Zweige."
[1]

In einer ähnlichen Sage aus der Mark Brandenburg zum Alten Testament findet sich die Behauptung, dass Adam und Eva nicht durch die Frucht des Apfelbaums, sondern durch die ehemals süßen Birnen des Drachenbaums zu Fall gebracht wurden. Zur Strafe dafür sei diese Birne vom Garten auf das Feld gesetzt und verflucht worden, so dass die Frucht verkümmere und nur noch bitteren Saft enthielt. Es entstand die wilde Feldbirne (der Drachenbaum, gewöhnlich Knödel genannt).

"»Keine Heimat, wie andre Bäume, sollte sie haben, sondern unstät und flüchtig, überall und nirgends sollte sie durch alle Länder ziehen ... Keine Singvögel und Eichkätzchen, sondern des Teufels Gelichter, wilde Katzen, Eulen und Fledermäuse sollten um die hohen, meist hohlen Bäume ihr Wesen treiben.« (Es soll dies eine Templersage sein, die sich im Volke der Neumark lebendig erhielt.)"
[2]

TriviaBearbeiten

  • Heute wird die Bezeichnung "Drachenbäume" nur noch für die Gattung Dracaena verwendet.
  • Der Peridexion ist ein Baum mittelalterlicher Bestiarien, der Drachen fernhält, also quasi ein Anti-Drachen-Baum.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Iris Rinkenbach & Bran O. Hodapp (2002), Das grosse Buch der Drachen, Schirner Verlag, S.175-176, ISBN 978-3897671126
  2. Oskar Dähnhardt (2012), Sagen zum Alten Testament (Märchen der Welt), Jazzybee Verlag, ISBN 9783849603533

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