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Amphisbaene

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Amphisbaena Europaea.jpg

Amphisbeana Europaea nach Johannes Faber

Die Amphisbaena (auch Amphisbaene, griech. für "der Vor- und Rückwärts gehen kann") ist eine erstmals von den alten Griechen beschriebene Schlange mit jeweils einem Kopf am Ende seines Körpers. Sie ist eine der tödlichen Schlangen, die aus dem Blut der Medusa entstanden.

BeschreibungBearbeiten

Mit zwei Köpfen kann das Tier, das in der Wüste Afrikas leben soll, in beide Richtungen blicken. Schläft der eine Kopf, schaut der andere wachsam mit seinen glühenden (laut Topsell jedoch fast schwarzen) Augen um sich. Mit dem Kopf, der an der Stelle des Schwanzes sitzt, kann diese Kreatur ihre Beute schnell angreifen[1]. Edward Topsell verortet das Tier auf der griechischen Insel Limnos[2], während Johannes Faber eine europäische Art beschreibt.

Зверюга.jpg
Bewegen sich beide Köpfe aufeinander zu, bildet der Körper einen Kreis. Beißt sie sich mit einem Kopf am Hals des anderen fest, kann sie wie ein Reifen rollen. Ihr tödliches, sehr schmerzhaftes Gift tötet in Sekundenschnelle. Plinius der Ältere glaubte, dass sie zwei Köpfe benötige, um all ihr Gift verspritzen zu können[1]. Laut Plinius dem Älteren ist jedoch Koriander ein wirksames Gegengift[2].

Im Mittelalter wurden der Schlange Vogelflügel, Krallenfüße, Hörner und Ohren dazugedichtet. Außerdem gab es viele Anwendungsmöglichkeiten für Amphisbeanen in der Volksmedizin. So hatte zum Beispiel eine schwangere Frau, die eine Amphisbeane um den Hals trug, eine sichere Geburt[3]. Angeblich ernähren sich Amphisbeanen von Ameisen[4]. Laut Galen muss diese Schlange jedoch lebendig sein, da die Ausdünstungen toter Amphisbaenen das ungeborene Kind schädigen[2].

Der Gott Dionysus soll einst eine solche Schlange mit einem Weinstock getötet haben. Ein Stock oder Knüppel, der mit Amphisbaenenhaut bespannt ist, soll außerdem giftige Tiere fernhalten, ähnlich dem Horn eines Einhorns[2].

Laut Solinus Polihistor legt der Kopf, der den Schwanz ersetzt, die Eier durch sein Maul. Außerdem soll die Amphisbaene von allen Schlangen diejenige sein, die zuerst aus ihrem Winterschlaf erwacht.

TürkisschlangeBearbeiten

Aztek Serpent.jpg

Die Türkisschlange

Die Türkisschlange ist eine aztekische Statue einer zweiköpfigen Schlange, die mit Türkisen verziert ist. Die Statue wurde vermutlich von Hernán Cortéz nach Europa gebracht und stammt wahrscheinlich von dem aztekischem Herrscher Moctezuma II.

Die Türkisschlange stellt vermutlich die mythologische Schlange Xiuhcoatl dar.

Reale AmphisbaenenBearbeiten

Doppelschleiche.jpg

eine Rote Doppelschleiche, die größte aller Doppelschleichen

RingelschleichenBearbeiten

Amphisbaenia ist auch der wissenschaftliche Name der Ringelschleichen, die sich vorwärts genauso schnell bewegen wie rückwärts. Möglicherweise sind sie die wahren Amphisbaenen.

Zweiköpfige SchlangenBearbeiten

Amphisbaene real.jpg

Die Schlange aus Greenwood County

Manchmal werden zweiköpfige Schlangen gefunden. Hierbei handelt es sich um siamesische Zwillinge, die meistens zwei Köpfe an einem Ende haben.

Im amerikanischen Greenwood County wurde jedoch eine Schlange der Art Virginia striatula gefunden, die an jedem Ende einen Kopf hat[5]. Dieses Phänomen nennt man Amphicephalie, und es ist extrem selten zu finden. Dennoch wäre es möglich, dass die Sichtungen von Amphisbaenen auf solche Tiere zurückgehen[6].

Pseudo-AmphicephalieBearbeiten

Aldrov tatzelwurm.jpg

Aldrovandis Tatzelwurm besitzt einen Hinterleib, der dem Kopf ähnlich sieht. Auch viele reale Echsen und Schlangen besitzen dieses Merkmal

Es gibt diverse Schlangen- und Echsenarten, deren Schwanzspitze dem Kopf sehr ähnlich sieht. Auf diese Art und Weise werden Raubtiere verwirrt, die nicht wissen, in welche Richtung die Beute fliehen wird. Auch sie könnten für den Mythos der Amphisbaene verantwortlich sein.

Beispiele für solche Arten sind Cylindrophis ruffus, Eryx johnii und Trachydosaurus rugosus.

QuellenBearbeiten

  1. 1,0 1,1 Joseph Nigg (2007), Drachen & andere Sagengestalten, Bassermann, ISBN 978-3-8094-2079-8
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 BHL: The history of four-footed beasts and serpents
  3. Circle of the Dragon: Amphisbaena
  4. Medieval Bestiary: Amphisbaena
  5. News-Artikel über die amphicephale Schlange
  6. Blogeintrag von Karl Shuker über zweiköpfige Schlangen

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