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Östliche Drachen

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Östliche Drachen (Drachen aus Ostasien, z.B. China, Japan, Korea, usw.) zeichnen sich durch eine Reihe gemeinsamer Merkmale aus, die sie von anderen Drachen unterscheiden. Der Mythos dieser Drachen geht vermutlich von China aus, weshalb östliche Drachen nach dem chinesischen Wort für Drache auch als Long oder Lung bezeichnet werden.

Wie Qiguang Zhao anmerkt, sind die Drachen ostasiatischer Mythen zwar in ihrer Erscheinung wesentlich homogener als die sehr unterschiedlich aussehenden Drachen westlicher Mythen (die als Wyvern, Westliche Drachen, Schlangen und in noch ausgefalleneren Gestalten auftreten), verkörpern jedoch wesentlich vielseitigere Konzepte und Symboliken[1].

Allen Lung-Drachen ist der schlangenähnliche Körper, die vier Beine und das Geweih gemein. Sie besitzen meist keine Flügel und können sowohl schwimmen als auch laufen. In den meisten Mythen können sie auch fliegen. Die Anzahl der Krallen unterscheidet sich regional, so haben japanische Drachen drei, Koreanische vier (manchmal sieben) und chinesische und tibetische Drachen fünf Krallen. Die Chinesen sind davon überzeugt, dass Drachen Zehen verlieren, je weiter sie wegfliegen. In Japan dagegen glaubt man, dass Drachen, wenn sie Japan verlassen, Zehen dazubekommen. Die Koreaner nehmen an, dass Drachen, die nach China fliegen, Zehen dazubekommen und welche verlieren, wenn sie in Richtung Japan fliegen.

Longhu-shan.jpeg

Athanasius Kircher stellte den Longhu-Shan (Drache und Tiger Berg) mit den beiden namensgebenden Tieren dar. Beeinflusst von Kirchers westlicher Sichtweise sieht der Drache aus wie ein westlicher Drache, woraus zu schließen ist, dass Kircher keinen echten Drachen sah

Auch die Farben sind zur Unterscheidung der Drachen wichtig:
  • Die gelben und goldenen Drachen symbolisieren den Sommer und den Kaiser. Daher sind sie die am meisten verehrten Drachen. Sie leben zurückgezogen und ziehen meist allein umher.
  • Auch rote Drachen stehen für den Sommer und sind das Symbol des Westens. Sie können Stürme verursachen, wenn sie miteinander kämpfen.
  • Blaue und grüne Drachen symbolisieren den Frühling und den Osten. Der blaue Drache (chin. 青龍 / 青龙, Qīng Lóng, jap. 青竜, Seiryū) ist in der chinesischen Astronomie auch eines der vier Wundertiere. Die anderen Wundertiere sind der rote Vogel, der weiße Tiger und die schwarze Schildkröte.
  • Schwarze Drachen symbolisieren den Norden, sie sind meist ein schlechtes Zeichen und stehen für die Dürrezeit. Auch sie können Stürme verursachen, wenn sie miteinander kämpfen.
  • Der Drache, der den Herbst symbolisiert, ist weiß. Sie sind außerdem ein Zeichen des Südens.

In China und Vietnam nennt man die Drachen Lung oder Long, in Japan Ryu, in Korea Yong und in Bhutan Druk.

Drache Islam.png

Azhi Dahaka im östlichen Stil aus dem arabischen Buch Ajā’ib al-makhlūqāt wa-gharā’ib al-mawjūdāt

Aus dem asiatischen Raum sind neben den typischen Lung-Drachen noch andere große Reptilien bekannt, z.B. die indischen Naga, Makara und Wyvern oder die japanische Yamata no Orochi. Diese sind jedoch mythologisch meist nicht mit den Drachen verwandt und werden nur aufgrund ihrer Herkunft von der westlichen Dracologie in deren Nähe gestellt. Im Arabischen Raum sind Drachendarstellungen gleichermaßen von westlichen und östlichen Darstellungen geprägt, weshalb manche der dortigen Drachendarstellungen stark an östliche Drachen erinnern.

In der modernen Fantasy kommt es sowohl in westlichen (europäischen oder amerikanischen) als auch in östlichen (asiatischen) Werken manchmal vor, dass Elemente westlicher und östlicher Darstellungen gemischt werden. So sind z.B. Drachen in der Welt von Avatar (einer amerikanischen Fernsehserie) typische östliche Drachen, jedoch mit fledermausartigen Flügeln, wie westliche Drachen sie haben. In der japanischen Spieleserie Monster Hunter hingegen kommen überwiegend westliche Drachen vor, jedoch haben einige davon, z.B. Fatalis, ein Design, das eher an östliche Darstellungen erinnert.

DragonologyBearbeiten

In den Büchern von Dr. Ernest Drake werden fast alle östlichen Drachen unter der Bezeichnung Asiatischer Lung (Draco orientalis) zusammengefasst. Drake beschreibt folgende Unterarten:

Außerdem zählt Drake zwei weitere Arten zu den Östlichen Drachen:

Laut Drake können alle Östlichen Drachen (Lung, Ryu, Yong und Tibetischer Drache) Feuer speien. Dies erwähnt er jedoch nur in einer Tabelle, die seinem vermutlich letzten Werk beilag.[2] In den früheren Werken hat Drake die Fähigkeit, Feuer zu speien, nur dem Ryu zugesprochen. In der chinesischen, japanischen und koreanischen Mythologie werden Drachen jedoch meist mit Wasser und Regen assoziiert. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Östliche Drachen Feuer speien können.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Qiguang Zhao (1992), A Study of Dragons, East and West, Peter Lang Publishing Inc., ISBN 978-0820417585
  2. Dr. Ernest Drake (2009): Drake's Comprehensive Compendium of Dragonology, Candlewick Press, ISBN 978-0763646233, S. 178-179

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